Die schnelle Hausgeburt unserer zweiten Tochter

Nach unserer tollen Erfahrung bei der Geburt unserer ersten Tochter im Juli 2013 planen wir von Anfang an wieder eine Hausgeburt. Seit Juli 2015 begleitet uns Monika durch die Schwangerschaft.

An einem Samstagmorgen Ende Januar ist es endlich soweit: nach langem Warten (ET+13!) kündigen sich am späten Vormittag die ersten richtigen Wehen an. Passenderweise lasse ich mir gerade ein Bad ein. Dieses Gefühl kenne ich vom letzten mal! Endlich, ich freue mich so, dass es jetzt losgeht. Die letzten Tage hat Monika mir mit Tees, Feuerübungen und Wohlfühl-Behandlungen Mut gemacht und sehr geholfen. Mein Mann reagiert erst mal entspannt, nachdem es einige Fehlalarme gab. Aber ich weiß genau: es geht jetzt richtig los! Das Bad tut gut, die Wehen werden deutlicher. Um halb 3 kommt Monika sowieso zur Vorsorge, und sie freut sich auch, dass es jetzt los geht. Die Einleitung mit Wehencocktail stand ja schon im Raum, und zwei Tage später hätte ich ins KH müssen. Nachdem ich noch keine regelmäßigen Wehen habe, der Bauch beim Untersuchen noch weich ist, und ich mich auch noch gut ablenken lasse, geht Monika um halb 4 wieder und sagt, ich soll mich jederzeit melden.

Wir fangen an, alles vorzubereiten, machen die Rollläden runter, Musik an, bringen unsere ältere Tochter zu meiner Familie (im selben Haus 1 Stockwerk tiefer). Jetzt kann ich mich voll auf die losgehende Geburt konzentrieren. Letztes mal bin ich viel mehr durch die Wohnung gelaufen, diesmal will ich das Schlafzimmer gar nicht mehr verlassen. Die Wehen werden sehr schnell ziemlich stark und regelmäßig und ich merke, dass es gut vorwärts geht. Mein Mann versteht erst jetzt, wie weit ich und das Kind schon sind und dass ich ihn jetzt bei mir brauche. Ziemlich schnell will ich nur noch im Bett auf der Seite liegen, und ich mache die Atemübung aus dem tollen Atemkurs („Mit der Kraft des Atems“), die wir gelernt haben, um den Pressdrang zu unterdrücken. Schnell rufen wir Monika an und sie kommt sofort. Um kurz nach halb 5 ist sie da, Sie untersucht mich und der Muttermund ist komplett offen. Wow! Sie schickt meinen Mann zu ihrem Auto, um ihren Koffer zu holen, und ruft die 2. Hebamme dazu. Hoppla, das geht mir alles bisschen zu schnell, aber ich freue mich auch, dass es so zügig vorangeht. Ich kann die Wehen gut veratmen, töne dabei laut, wie beim letzten mal. Zwischen den Wehen bin ich zwar voll da und ansprechbar, aber Schmerzen habe ich keine, ich schaffe es noch, gut in eine Rhythmus hinein zu kommen. Lena kommt um kurz vor 5 als zweite Hebamme dazu. Ich liege weiter auf der Seite im Bett, mein Mann liegt vor mir und hält bei den Wehen meine Hände. Monika legt ihre Hand auf meinen Po und schüttelt immer mit, das tut gut und hilft noch, mich unten ganz zu öffnen. Ich traue mich noch nicht, dem Druck nachzugeben, obwohl Monika mich ermuntert. Sie schlägt vor, nochmal die Position zu wechseln. Erst will ich auf der Seite liegen bleiben, weil nich mich einfach gar nicht bewegen will. Ich merke aber, dass es mir helfen würde, also schaffe ich es nach etwa 20 Minuten doch. In die Hocke will ich diesmal nicht, also knie ich auf dem Bett hinter meinem Mann, der vor mir auf der Bettkante sitzt, und umfasse seinen Oberkörper mit den Armen. So kann ich mich in den Pausen auf ihm abstützen. Das „Geschehen“ ist jetzt hinter mir und voll in Monikas Händen, das hilft mir, Mut zu finden. Jetzt schiebe ich bei den Wehen mit und die Presswehen werden richtig stark – mein armer Mann, das Tönen geht jetzt eher in Schreie über, und er bekommt diese direkt ins Ohr. Monika erinnert mich daran, tiefe Töne zu machen. Immer noch bin ich in den Wehenpausen voll da und ansprechbar und rede mir selbst gut zu: „Gell, ich mache das gut, oder?“ Wie beim letzten mal sage ich irgendwann, dass ich nicht mehr kann, will aber nur hören, dass ich es super mache und weiter so. Die Hebammen sind einfach spitze und ich fühle mich so toll begleitet und unterstützt, und gar nicht allein. Dann traue ich mich wieder richtig zu schieben und bin überwältigt von der Kraft. Ich spüre richtig, dass sich das Baby raus bewegt. Dann verlässt mich nochmal der Mut und ich finde die nächsten zwei Wehen zu schwach um mit zu schieben. Ich spüre, wie der Kopf nochmal zurück rutscht. Monika redet mir wieder gut zu und ich traue mich endlich richtig. Leider bin ich so bei Sinnen, dass ich diesmal spüre, wie ich reiße, kein wirklich schönes Gefühl. Aber ich spüre, wie der Kopf fast draußen ist und Monika versichert mir auf meine besorgte Frage hin, dass ich das Köpfchen nicht zerdrücken kann. Also bei der nächsten Wehe nochmal richtig mit schieben und dann ist der Kopf geboren! Ich bin so stolz und erleichtert, jetzt schon – ich weiß, das schwerste ist geschafft. Wie beim letzten mal finde ich es ein komisches Gefühl, auf die nächste Wehe zu warten, um den Rest unseres Babys zu gebären. Dann ist es geschafft und unsere zweite kleine Tochter ist um viertel vor 6 auf der Welt! Sie schreit kräftig, und liegt rosig und mit einem Kopf voller schwarzer Haare auf unserem Bett! Ich bin so überwältigt, ein wirklich unbeschreibliches Gefühl. Wir legen uns hin und bekommen unsere kleine Tochter auf den Bauch gelegt, in warme Handtücher gewickelt. Nach ein paar Nachwehen kommt auch die Plazenta. Lena geht schnell zu meiner Familie unten und überbringt die freudige Nachricht. Wir liegen stolz und glücklich mit unserer Tochter zusammen.

Nach einer Weile untersuchen mich Monika und Lena und nähen die Risse. Ich fühle mich wieder so professionell und liebevoll versorgt, einfach spitze. Lena geht und wünscht uns alles Gute. Nach einem kleinen Snack hilft mir Monika beim duschen und wäscht mit meinem Mann ein bisschen das Baby, bevor sie es anziehen. Es hat schon die Brust gefunden und nuckelt fleißig. Monika erklärt uns alles, was wir wissen müssen, und wir besprechen, wann sie morgen kommt. Außerdem können wir jederzeit anrufen, wenn etwas ist oder wir Fragen haben. Um halb 9 begleitet mein Mann Monika zum Auto und bringt auf dem Weg zurück meine Familie mit hoch. Ich lege unsere Tochter aufs Bett, so dass ihre große Schwester sie zum ersten mal richtig und ganz alleine sehen kann. Ein weiterer überwältigender Moment! Bei so einem tollen Start uns Leben kann es ja nur genau so toll weiter gehen!

Die Vorsorgen, vor allem während der letzten Wochen und ganz besonders die Betreuung in den Tagen nach ET waren unbezahlbar und eine immense Unterstützung und Hilfe. Mehr als dieses Rundum-Paket kann man sich als schwangere Frau nicht wünschen! Monikas Ratschläge und Hilfe bei konkreten Dingen wie Eisenmangel, aber auch bei generellen Dingen wie Frust, Unsicherheit, Sorgen waren einfach toll. Im KH hätte unsere Tochter bestimmt nicht so lange Zeit gehabt, die Geburt wäre sicherlich Tage vorher eingeleitet worden. Ich bin sehr froh, wieder eine außerklinische Geburt gemacht zu haben. Vielen Dank an alle Hebammen im Geburtshaus!

Dieser Texte unterliegt dem Urherberrecht. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung – auch auszugsweise – bedarf der vorherigen Zustimmung des Urhebers.


Die Geburt unserer Tochter Lila

Eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin waren wir mit Freunden am Neckar. Mir war schon den ganzen Tag schwindelig und ich hatte Kopfschmerzen. Abends merkte ich, dass die Übungswehen öfter und heftiger waren als sonst. Ich hatte starken Druck auf Scham- und Kreuzbein, spürte vermehrt Kindsbewegungen und mir war übel. Ich konnte trotzdem irgendwann einschlafen. Ab 5 Uhr morgens hatte ich Magenkrämpfe, Bauchweh und starke Schmerzen außerdem kam Schleim und etwas Blut beim Pinkeln. Nachmittags rief ich Corinna an und schilderte ihr alles ausführlich. Sie sagte: “Hey, das ist super, dass Du das alles hast, aber das ist noch keine Geburt..” Ich dachte: ” SHIT…das kann doch nicht wahr sein, ich war fest davon überzeugt, dass es schon “richtige” Wehen waren und fand es kaum zum Aushalten und fragte sie wie lange dieser Zustand anhalten würde bis es “richtig losgehen” würde. “Keine Ahnung kann sein, dass es morgen soweit ist, es kann aber auch noch ne Woche dauern.” Damit war ich erstmal frustriert, die nächsten Tage wurde es immer heftiger, Kontraktionen teilweise alle 10 Minuten und das über Stunden teilweise nächtelang, ich konnte kaum schlafen, geschweige denn Sitzen, auch durch Baden wurde es meistens nicht besser. Dienstags hatte ich einen Entspannungstermin im Geburtshaus bei Monika und konnte mir alles von der Seele reden. Sie beruhigte mich, dass alles in Ordnung ist und ich so starke Schmerzen habe, weil die Wehen noch nicht effektiv genug sind, um die körpereigenen Schmerzmittel zu aktivieren. Das klang plausibel und gab mir wieder neuen Mut. In der Nacht gingen die Wehen wieder los. Morgens telefonierte ich mit Jessi, sie erklärte mir, dass ich die Wehen nicht wegatmen, sondern wirklich zulassen solle, da mein Körper die “Spitzen” brauche. Als sie Mittags kam und mich untersuchte war der Muttermund schon 2-3cm geöffnet. Es ging weiter und wurde immer steter und ich ließ es zu und versuchte jede Kontraktion als einen Schritt näher zur Geburt zu sehen, so wie wir es im Vorbereitungskurs gelernt hatten. Irgendwie war ich davon sehr erleichtert, dass es jetzt wirklich los ging nach dieser gefühlt so langen Zeit der Latenzphase. Abends kam Jessi gegen 22 Uhr und es ging jetzt schon echt ab also kontraktionsmäßig, sie untersuchte mich nochmal und siehe da: 5-6cm war der Muttermund schon geöffnet. Sie fragte uns was wir tun wollen, ins GH fahren oder noch warten. Ich hatte Bedenken wenn wir noch weiter warten würden, dass ich die Fahrt von ca. 20 Minuten nicht mehr schaffen würde oder die Autofahrt alles stoppen würde und die Geburt nicht weiter gehen würde. Jessi meinte sie fährt jetzt mal ins GH um alles vorzubereiten und wir kommen in Ruhe nach. Das Treppenhaus schaffte ich ohne eine einzige Kontraktion, in der Tiefgarage ging es dann direkt weiter. Mir fiel es schwer im Auto zu sitzen und als es losging, spürte ich jeden Gullideckel und jedes Schalten. Eine Kontraktion kam nach der anderen und ich dachte, wir schaffen es nicht ins GH. Dort angekommen waren die Räume schön angeheizt, es roch gut und Kerzen brannten bei gedämpftem Licht, eine gemütliche Atmosphäre. Ich merkte schnell dass meine Bedenken, die Autofahrt könnte irgendetwas stoppen, total unbegründet waren, im Gegenteil es war eher wie ein Beschleuniger. Die Wehen wurden noch heftiger und ich bekam plötzlich den Drang zu pressen. Wie ein Reflex ich konnte nichts dagegen tun, das fand ich total krass. Als Jessi auf dem Bett die Herztöne messen wollte, merkte ich in einer Kontraktion, dass ein Schwall Flüssigkeit mir unten rauslief und wusste sofort, dass jetzt die Fruchtblase geplatzt war. Die Kontraktionen und die Art, wie ich darauf reagierte wurden heftiger. Ich probierte verschiedene Positionen aus. Auf dem Schoss, in der Hocke, im Vierfüßlerstand vor dem Bett und stehend ins Tuch abgestützt. Ich hatte das Bedürfnis ständig die Position zu wechseln und fand es unerträglich zu liegen, auch auf der Seite fühlte sich unangenehm an. Jessi kontrollierte regelmäßig die Herztöne und motivierte mich und ermutigte mich die Wehen zu “verarbeiten” und dem Pressdrang noch nicht nachzugeben. Ich hatte das Gefühl nicht mehr wirklich Kontrolle über mich zu haben. Als ob das Kind und mein Körper die Geburt durchziehen. Ich war total verschwitzt und wollte mich so gerne kurz ausruhen um Kraft zu schöpfen. Jessi rief Monika an und bat sie zu kommen. Das war für mich ein Zeichen, dass es dann wohl bald soweit sein würde. Ich wollte beschleunigen und wünschte mir, dass das Baby endlich auf die Welt kommt und ging auf Toilette. Dort hatte ich das Gefühl, dass das Sitzen auf der Klobrille entspannend und zugleich beschleunigend war. Mit einer Kontraktion hatte ich das Gefühl das Köpfchen schon fast draußen zu spüren. Und es war auch so, ich ging wieder zurück und kniete mich vor das Bett. Ich vergaß alles um mich rum und mir wurde bewusst, dass gleich der Moment gekommen ist, auf den wir solange gewartet haben und der alles von grundauf verändern würde. Die anderen riefen mir zu, dass das Köpfchen schon zu sehen ist, ich war aufgeregt und konnte es nicht abwarten bis zur nächsten Wehe um zu pressen. Lila wurde geboren, da lag sie plötzlich vor mir und schrie wie am Spieß. Wir machten es uns zu dritt im Bett gemütlich, ruhten uns erstmal etwas aus und die Hebammen halfen mir sie anzulegen. Nach einer Weile wurde mir schlecht die Plazenta kam. Vier Stunden nach ihrer Geburt verabschiedeten wir uns von den beiden Hebammen und verließen als kleine Familie das Geburtshaus und fuhren mit dem Sonnenaufgang in den neuen Tag hinein. Mein Mann und ich haben uns schon sehr früh für eine außerklinische, natürliche und sanfte Geburt entschieden und uns ausschließlich von den Hebammen im Geburtshaus betreuen lassen. Diese Betreuung haben wir immer als “Urlaub” bezeichnet und es sehr genossen uns in Ruhe zu unterhalten und die eigenen Empfindungen, Gedanken, aber auch Freude und Schmerz teilen zu können. So konnten wir alle Hebammen kennen lernen und sie uns sowie unsere Vorstellungen und Wünsche. Wir danken den Hebammen im Geburtshaus von Herzen für die liebevolle Begleitung auf dem Weg zu dieser wundervollen Geburt und ich wünsche jeder Frau ein sanftes, intensives und vor allem selbstbestimmtes Geburtserlebnis und das Vertrauen dem eigenen Körper und der Intuition folgen zu können. Zu jedem Zeitpunkt fühlte ich mich sicher und umsorgt von meinem Mann sowie von den Hebammen.
Eine Geburt ist ein Wunder und wir haben ein Recht darauf dieses Wunder erleben zu dürfen.

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Eine Geburt in der Sternschnuppennacht

Am Tag vor dem errechneten Entbindungstermin war ich vormittags mit einer Freundin zum Schwimmen im Bad Berg. Weil ich immer noch fit war, bin ich hin und zurück gelaufen, trotz 36 Grad Augusthitze.

Nach dem Mittagessen habe ich ein bisschen geschlafen und bin mit einem Ziehen im Bauch aufgewacht. Ähnlich wie starke Periodenschmerzen. Als ich zur Toilette bin hat sich der Schleimpfropf gelöst. Weil ich schon seit ein paar Tagen immer wieder ziemlich starke Vorwehen hatte, wollte ich nicht zu früh Alarm schlagen. Mein Mann ist dann noch zwei Stunden Rad fahren gegangen und ich habe sogar noch das Bad geputzt, bevor ich ein Heublumendampfsitzbad und eine Dammmassage gemacht habe. Das hatte ich mir so vorgenommen. Schon ein paar Wochen früher, um die 37. SSW, habe ich Kraftsuppe getrunken, mit einer Wurzelmischung nach Traditioneller Chinesischer Medizin, die angeblich die Eröffnungsphase verkürzen soll. Damit, und durch regelmäßiges Yoga bis zum Geburtstermin, fühlte ich mich körperlich gut auf die Geburt vorbereitet. Mental haben dabei die vielen Vorbereitungsgespräche mit den Hebammen aus dem Rufteam und unser gemeinsamer Geburtsvorbereitungskurs geholfen.

Als mein Mann zurück kam, wollten wir eigentlich spazieren gehen, sind dann aber nur noch ein paar Lebensmittel einkaufen gegangen. Da waren die Wehen inzwischen so stark und regelmäßig, dass ich sicher war: die Geburt hat begonnen. Trotzdem wollten wir noch ein bisschen abwarten und sind zu Hause in den Garten.

Ich wollte dann langsam (es war schon gegen 21 Uhr) die Rufbereitschaftsnummer wählen aber mein Mann meinte, wir sollten noch den Test mit der Badewanne machen. Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir gelernt, dass Vorwehen in der Wanne wieder weggehen während richtige Wehen stärker werden. Als ich im Wasser lag, spürte ich plötzlich keine Wehen mehr. Nach einer Viertelstunde kamen sie aber heftig wieder.

Deshalb haben wir gegen 22 Uhr doch endlich die Bereitschftsnummer gewählt und Adaja kam gegen 23 Uhr. Ich musste die Wehen mittlerweile aktiv veratmen, kniete vor dem Sofa auf dem Boden und traute mich jetzt auch zu tönen (das hatte ich mir vorher nicht so richtig vorstellen können). Mein Mann massierte mir zwischendurch das Kreuzbein. Er hatte schon Brote geschmiert und unsere Sachen fürs Geburtshaus zusammen gepackt.

Adaja meinte: “Also Ihr seid definitiv unter Geburt, der Muttermund ist bei ca. 3 cm, das wird noch ein bisschen dauern.” Wir sollten zu Hause bleiben, so lange wir uns gut fühlten und dann ins Geburtshaus kommen.

Das klang, als hätten wir noch eine Menge Zeit zu überbrücken, aber die Wehen wurden schnell heftiger und kamen in kürzeren Abständen. Bald konnte ich nur noch vornüber gebeugt stehen oder knien und musste bei jeder Wehe laut tönen. Eine Autofahrt zu überstehen kam mir fast unmöglich vor. Deshalb wollte ich schnell los. Um kurz nach zwölf telefonierte ich mit Adaja und wir verabredeten uns im Geburtshaus.

Auf dem Weg zum Auto musste ich mehrmals stehen bleiben und die Wehen veratmen, sitzen war ziemlich unangenehm. Durch eine für Stuttgart gänzlich untypische Grünphase schafften wir es zum Glück in weniger als zehn Minuten zum Geburtshaus.

Dort waren Kerzen angezündet und die Stimmung sehr entspannt und positiv. Mein Mann packte mit Adaja unsere Sachen aus und bezog das Bett – ich konnte nur noch auf den Wickeltisch gestützt die Wehen ertragen – inzwischen waren die Schmerzen ziemlich heftig. Deshalb wollte ich in die Badewanne – in der Hoffnung es dort noch etwas besser aushalten zu können. Zumindest zwischen den Wehen konnte ich mich in der Wanne besser erholen, immer wieder bin ich sogar kurz eingenickt. Aber dann wurden die Wehen immer heftiger, ich kniete in der Wanne und krallte mich in das Tuch darüber. Pausen gab es kaum und ich habe sie schmerzlich vermisst.

Kurz bereute ich, dass wir uns für das Geburtshaus entschieden hatten. „Keine Medikamente, keine PDA, selber schuld“, dachte ich bei mir. Aber dann hatte ich das Gefühl mitpressen zu müssen und erinnerte mich, dass ich in mehreren Geburtsberichten gelesen hatte, dass man selbst nach dem Köpfchen fühlen kann. Schon nach wenigen Zentimetern konnte ich etwas Weiches, Schwabbeliges fühlen – die Fruchtblase. Da war ich mir sicher, dass es nicht mehr lange dauern würde und spürte noch einmal Kraft und Energie.

Adaja hatte zwischendurch immer wieder die Herztöne gemessen, es war immer alles in Ordnung. Aber jetzt konnte sie plötzlich nicht mehr die richtige Stelle finden. Hinterher sagte sie uns, dass das ganz normal ist, das Baby war inzwischen tief im Becken und ich auf Knien in der Badewanne. Trotzdem wollte ich, dass das Kind schnell kommt, um sicher zu gehen dass es ihm gut geht. Ich presste kräftig mit.

Um 3:36 Uhr kam unser Baby mit einer einzigen Wehe, noch in der Fruchtblase, heraus gesaust.

Die Hebammen sagten, ich solle es schnell hoch auf die Brust nehmen. Unser Kind war glitschig und rot und brüllte aus vollem Hals.

Den Umzug aus der Wanne auf das Bett schafften wir ganz gut, schwieriger fand ich die Geburt der Plazenta. Das dauerte noch einmal fast eine Stunde und ich fand es noch einmal ziemlich schmerzhaft. Auch weil unser Baby noch mit der (kurzen) Nabelschnur damit verbunden war. So lange lagen wir auf dem Bett und versuchten uns daran zu gewöhnen, dass wir jetzt zu dritt sind. Nachdem die Plazenta geboren war, nabelte mein Mann mit Hilfe der Hebammen ab. Danach konnten wir unser Kind endlich richtig anschauen. Wir hatten es ja schon vermutet, waren aber nicht ganz sicher gewesen – unser Baby ist ein Mädchen. Nach ein paar Versuchen schaffte sie es an der Brust zu trinken.

Im Morgengrauen machten wir uns auf den Heimweg. Im Auto fiel uns ein, dass die Nacht als Sternschnuppennacht angekündigt worden war. Wir haben keine einzige gesehen. Aber während draußen die Sternschnuppen purzelten, wurde im Geburtshaus unser Sternschnuppenkind geboren.

Die Entscheidung hierher zu kommen und nicht in einer Klinik zu gebären haben wir nicht bereut. Wir wurden sehr gut betreut und fühlten uns so sicher, dass wir quasi autonom gebären konnten. Trotz der Schmerzen und dem Gefühl an meine Grenzen zu kommen, würde ich heute sagen, dass es eine sehr gute Geburt war.

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Eine Geburt im Juli

Fast vom ersten Tag an wurden mein Mann und ich auf der großen wunderbaren Reise zu unserer Tochter im Geburtshaus betreut.
Der Unterschied zur Betreuung durch einen Arzt wurde uns schnell klar.
Die Hebamme nahm sich bei jedem Termin viel Zeit und die letzte Frage vor der Verabschiedung, egal wie viel wir sie vorher schon gelöchert hatten, war immer, ob wir noch Fragen hätten.
Klar ist es interessant auf einem Monitor das Gesichtchen sehen zu können, und wichtig zu wissen, das alle Organe da sind und funktionieren.
Aber die Unterstützung in jeglichen noch so komischen Fragen, die man sich nur in so einer offenen, sicheren Umgebung traut zu fragen, ist einfach unbezahlbar.
Schon allein der Anamnesebogen, für den wir uns mit uns selbst, unseren Kraftressourcen und unserer eigenen Geburt auseinandersetzen mussten, war ein riesengroßer Schritt auf unserem Weg zur noch überhaupt nicht vorstellbaren Geburt.
Am Besten gefallen hat mir allerdings, dass mein Mann immer mit einbezogen wurde.
Für ihn war das Ganze natürlich noch abstrakter als für mich, die ja wenigstens die Bewegungen in mir spüren konnte.
Die Hebamme lies ihn die Herztöne mit hören, er durfte das Köpfchen fühlen und ertasten, wie rum die Kleine liegt. Nie im Leben hätte ich ihn auch zuhause so in meinem Bauch tasten lassen, wenn ich nicht durch die Hebamme die Sicherheit gehabt hätte, dass es dem Kind nichts ausmacht.
Wir haben uns dann selbst ein Hörrohr gekauft und die letzten Monate jeden Abend die Herztöne gehört, so konnte ich beruhigt einschlafen. Gefallen hat uns auch, dass wir die anderen Hebammen kennenlernen durften.
Denn jede hat uns nochmal durch ihre Art einen neuen Blickwinkel eröffnet.
Und die intensive Betreuung und Entspannungsübungen (die mein Mann auch zuhause immer wieder durchgeführt hat) in den letzten Wochen vor der Geburt haben uns sehr geholfen.
Wichtig,und für jede Schwangere eigentlich unverzichtbar, fand ich das Geburtsbeginngespräch.
Wenn ich nicht gewusst hätte, dass die ersten Vorwehen und selbst die Eröffnungswehen lang andauern können und ein Aufbruch ins Geburtshaus/Krankenhaus in dieser Zeit die Wehentätigkeit wieder verringern kann und man sich so gut wie möglich zuhause entspannt, wäre ich wahrscheinlich Stunden zu früh los.
Somit habe ich fast 20 Stunden teilweise schlafend, in relativer Ruhe mit meinem Mann zuhause gut alles veratmet und noch mit Freunden online geredet, ohne Stress, ohne Panik.
Als die stärkeren Wehen kamen, schüttelte mein Mann über Stunden mein Becken und ich blieb immer noch in relativer Entspannung im Bett.
Die Hebamme kam vorbei und untersuchte den Muttermund, beruhigte uns, ging wieder und wir schüttelten weiter.
Bis wir dann irgendwann ins Geburtshaus fuhren. Wir sind wirklich dankbar, dass unsere betreuende Hebamme, obwohl sie an dem Tag gar keine Rufbereitschaft gehabt hätte, unsere Geburt betreut hat.
Dadurch, dass sie uns so gut kannte, konnte sie uns bei der schwierigen Austreibungsphase besonders unterstützen und mir den Weg durch die Schmerzen zeigen.
So dass wir unsere kleine Kriegerin in unsere Arme schließen konnten und sie sicher und geborgen in ihr neues Zuhause bringen durften.

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Marla Junalies Geburt

Die Wehen begannen am Sonntag, den 07.12.2014, gegen Abend. Der errechnete Geburtstermin war der 08.12. , wir rechneten aber eher mit 1-2 Wochen Verspätung, und so war ich ganz erstaunt, dass es so „pünktlich“ losging. Die Wehen kamen noch recht unregelmäßig und ich war voller Vorfreude auf mein Kind. Ich nahm am späten Abend noch ein Schaumbad, um herauszufinden, ob es sich um Übungswehen oder um Eröffnungswehen handelt. Die Wehen wurden jedoch über Nacht wieder schwächer und kamen nicht mehr in einem nachvollziehbaren Rhythmus. Montag Abend ging es dann wieder stärker los. Ich konnte mit den Wehen gut umgehen und atmete jede Wehe laut mit. Zwischen den Wehen verfiel ich in einen sehr entspannten Kurzschlaf, der mir half zu entspannen und Kraft für die Nächste Wehe zu sammeln. Dienstag gegen vier Uhr morgens wurden die Wehen eindeutig stärker, mein Partner und ich beschlossen um 06:30 Uhr unsere Hebamme anzurufen. Sie kam gegen 07:30 Uhr und befragte mich nach meinem Befinden und der Regelmäßigkeit der Wehen. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 4 bis 5 cm geöffnet. Das freute mich, denn es bedeutete, dass ich schon ein gutes Stück geschafft hatte. Wir teilten der Hebamme mit, dass wir zur Geburt nicht in das Geburtshaus fahren, sondern zuhause bleiben wollten. Das war ursprünglich anders geplant, aber ich fühlte mich wohl zuhause und kam sehr gut mit den Wehen klar. Außerdem behagte mir die Vorstellung, unter Wehen ins Auto steigen zu müssen, um in das Geburtshaus zu fahren, nicht sonderlich. Die Hebamme fuhr noch einmal ins Geburtshaus. Wir sollten uns melden wenn die Wehen heftiger, und ich das Gefühl haben würde, dass die Geburt losgeht. Das war dann gegen 11:30 Uhr der Fall. Die Wehen kamen nun ca. alle 4 Minuten und ich war immer weniger ansprechbar. Ich konzentrierte mich voll und ganz auf meinen Körper und seine Signale. Als die Hebamme gegen 12:15 Uhr kam, bereitete sie mit meinem Partner alles für die Geburt vor. Sie legten unsere Gästematratze neben unser Bett. Kurz darauf, während ich noch auf dem Bett lag, platzte die Fruchtblase. Ich lief auf die Toilette um den Rest dort zu entleeren. Mit dem Platzen der Fruchtblase merkte ich, wie der Kopf des Kindes tief ins Becken eintrat und der Druck nach unten sehr viel stärker wurde. Ich begab mich auf die vorbereitete Matratze und kniete mich so darauf, das ich mich mit den Armen auf unserem Bett abstützen konnte. Ich blieb die ganze Zeit in dieser Position. Zwischen den Wehen, gab mein Partner mir Tee zu trinken. Ich war sehr auf mich und meinen Körper konzentriert und wollte zu diesem Zeitpunkt keine Berührungen oder das mein Partner bei den Wehen mitatmet. Ab und an griff ich nach seiner Hand und hielt diese sehr fest. Ich hatte ein Handtuch, in das ich hineinbiss, wenn die Wehe sehr stark war. Ich erinnere mich, wie die Hebamme mir gut zuredete und sagte „Die nächste Wehe schaffst du“, oder „Sei mutig, drücke genau dort hin wo es spannt, es ist genug Platz.“ Als ich sie einmal nicht verstand, bat ich sie lauter zu reden. Sie gab mir Halt und ich vertraute auf das was sie sagte. Es war ein sehr ungewohntes Gefühl, zu merken, wie der Druck immer größer wurde. Ich hatte das Gefühl, dass ich ein großes Geschäft machen müsste. Die Hebamme bat mich, zu versuchen, noch nicht so stark zu drücken, da ich die Kraft für die Presswehen brauchen würde. Als der Kopf sichtbar wurde, ermutigte mich die Hebamme ihn anzufassen. Es fühlte sich glatt an. Mit der nächsten Wehe kam dann die Fruchtblase und die hing dann aus mir heraus, was sich sehr merkwürdig anfühlte. Ich erlebte die Presswehen als sehr schön. Schmerzen im eigentlichen Sinne hatte ich nicht, es war nur ein unglaublicher Druck den ich spürte. Ich sprach währenddessen mit meinem Kind und sagte ihm, wie sehr ich mich freute, dass es bald da wäre, und wie gut wir die Geburt zusammen schaffen würden. Dabei weinte ich vor Glück und Rührung. Die Hebamme fragte mich daraufhin warum ich weinen würde und ob ich Schmerzen hätte. Ich verneinte ihre Frage und entgegnete, dass ich weinen würde, weil es so schön sei. Gegen Ende zitterte ich sehr stark und war, glaube ich, sehr laut. Es tat gut jede Wehe voller Inbrunst lautstark zu begleiten. Ich fühlte mich gut, hatte das Gefühl es zu schaffen und freute mich mit jeder Wehe mehr auf den Zeitpunkt in dem ich mein Kind in den Armen halten würde. Der Kopf war nun schon gut sichtbar und rutschte immer weiter hinab. Mit der nächsten Wehe presste ich so stark, dass der Kopf geboren wurde. Es war ein unglaubliches Gefühl. Mit der nächsten Wehe gebar ich den Körper, das ging wesentlich leichter und mit weniger Anstrengung als beim Kopf. Ich hatte dabei das Gefühl mich komplett zu entleeren, so ein Schwall kam aus mir heraus. Die Hebamme fing unser Kind auf und legte es zwischen meine Beine auf die Matratze. Da sah ich unsere Tochter zum ersten Mal. Sie schrie lautstark. Ich war überwältigt. Beschreiben lässt sich das kaum. Es war nun 14:14 Uhr und unsere Tochter war da! Die Hebamme sagte mir, dass ich meine Tochter nun hochnehmen könne um mich mit ihr ins Bett zu legen. Ich versuchte es, doch war zu unsicher und durcheinander und sie war so glatt das ich Angst hatte sie würde mir herunterfallen. Also half die Hebamme mir dabei. Mein Partner und ich legten uns auf das Bett und unsere Tochter wurde mir auf die Brust gelegt. Die Hebammen, eine zweite war während der Geburt dazu gekommen, brachten warme Handtücher und deckten die Kleine damit zu. Dann zogen sie sich in die Küche zurück und wir durften nun in aller Ruhe unsere Tochter begrüßen. Eine Weile später kamen die Hebammen wieder in das Zimmer und zeigten mir, wie ich die Kleine an die Brust zum Stillen anlegen konnte. Mein Partner durfte dann die Nabelschnur durchtrennen. Eine Stunde nachdem Marla geboren war, sollte nun auch die Plazenta herauskommen. Dazu setzte ich mich auf den Gebärhocker und sollte ein wenig an der Nabelschnur ziehen. Ich traute mich jedoch nicht so recht, deshalb übernahm das die Hebamme. Ich drückte noch einmal und dann war die Plazenta auch schon da, fiel unter mich in die Schüssel, die dafür bereitstand. Dann legten wir uns wieder ins Bett und kuschelten weiter mit unserer kleinen Tochter. Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass die Geburt so wunderbar gelaufen ist.
Ich hatte mir die Geburt so natürlich und kraftvoll gewünscht und dieser Wunsch ist voll in Erfüllung gegangen.

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Vom Geburtshaus zur Hausgeburt

Als ich auf der Suche nach Geburtsvorbereitungskursen war, bin ich auf die Hebammenpraxis und das Geburtshaus gestoßen. Beim Recherchieren fiel mir auf, dass es das Geburtshaus in Stuttgart gibt und man dort in ruhiger und selbstbestimmter Atmosphäre gebären kann. Ich war sofort begeistert und vom ersten Moment an aus tiefstem Herzen überzeugt, dass dort unser Kind zur Welt kommen sollte. Ich berichtete dies sofort meinem Mann, der ebenfalls begeistert war, da wir beide keine fürs Krankenhaus gemachten Menschen sind. Wir vereinbarten einen Termin im Geburtshaus mit Corinna, die uns das Geburtshaus vorstellte und die Abläufe erklärte. Nachdem uns das Gespräch restlos überzeugte, fiel mir gleichzeitig ein Stein vom Herzen, weil ich wusste, nicht ins Krankenhaus zu müssen. Und so genossen wir in Betreuung von Hebamme Lena eine wunderschöne Schwangerschaftsbetreuung. Ich war mir zu jedem Zeitpunkt ganz sicher, dass das Geburtshaus die richtige Wahl für die Geburt unseres ersten Kindes ist und dass mein Körper in dieser tollen Atmosphäre eine Geburt leisten kann. Eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin platze dann nachts um 02:30 Uhr meine Fruchtblase. Ich blieb völlig entspannt und ruhig und lies meinen Mann schlafen, weil er die Kraft sicher am nächsten Tag gebrauchen würde. Ich döste ebenso entspannt weiter. Gegen 04:40 Uhr setzten dann die ersten zaghaften Wehen ein, die ich in Ruhe veratmete. Mein Mann erwachte gegen 6 Uhr, um zur Arbeit zu gehen. Ich erkläre ihm die Situation und wir vereinbarten, Corinna anzurufen, die an diesem Tag Rufbereitschaft hatte. Mit ihr vereinbarten wir dann gegen später wieder zu telefonieren. Mein Mann fuhr ins Büro, um die letzten Erledigungen vor der Elternzeit zu machen. Ich döste im Bett weiter und veratmete die Wehen. Dies habe ich bis 10 Uhr gemacht, dann kam mein Mann nach Hause. Wir telefonierten erneut mit Corinna, weil die Abstände der Wehen immer kürzer und stärker, jedoch unregelmäßig, waren. Corinna empfahl uns dann, noch in die Wanne zugehen. Der Aufenthalt in der Wanne war super, die Wehen blieben, aber es verhalf zu Entspannung. Danach ging es aus der Wanne zurück ins Bett. Ich hatte weiter Wehen und mir wurde abwechselnd heiß und kalt. Ich schlief weiterhin in den Wehenpausen kurz ein. Mein Mann lag neben mir und tat das ebenfalls. Er konnte nichts anderes tun, als bei mir zu sein. Denn ich ließ keinerlei Berührungen zu. Wir telefonierten nach dem Bad erneut mit Corinna, die gegen 13:30 Uhr bei uns sein wollte, um zu schauen, wie es uns geht. Ich lag weiterhin im Bett und veratmete, mittlerweile laut, die Wehen, während denen ich immer wieder weg döste. Mein Mann packte in dieser Zeit die letzten Sachen und brachte alles ins Auto, so dass alles bereit für die Abfahrt ins Geburtshaus war. Dann war um 13:20 Uhr plötzlich alles anders, als ich mit einer Wehe einen starken Druck im Becken spürte. Ich sagte zu meinem Mann, dass er sofort Corinna anrufen müsse und dass wir umgehend ins Geburtshaus fahren müssen. Ich dachte noch, dass unser Baby sonst zu Hause zur Welt kommen würde. Corinna sagte am Telefon, dass sie gleich bei uns sei und wir noch kurz warten sollten. Und schon kam die nächste Wehe, die direkt ins Becken ging. Kurz darauf betrat Corinna unser Schlafzimmer. Ich fühlte mich nun noch sicherer. Corinna untersuchte den Muttermund und sagte dann, dass wir nicht mehr ins Geburtshaus fahren, weil der Muttermund bereits komplett geöffnet war. Mein Mann holte den Geburtskoffer aus Corinnas Auto und besorgte Corinna auch alle sonstigen Utensilien, die sie noch benötigte. Ich war entspannt und dachte mir – Gut, dann kommt unser Baby eben hier auf die Welt. Und dann ging alles recht schnell. Corinna empfahl mir die Position zu wechseln, damit das Baby mehr Platz hatte. Ich kniete dann im Vierfüßlerstand und Corinna untertsützte mich und leitete mich beim Mitschieben an. Es dauerte nicht lange und ich konnte das Köpfchen fühlen, wozu mich Corinna ermutigte. Ich fragte Corinna dann, ob das nicht alles ein bisschen schnell gehen würde. Sie versicherte mir, dass alles bestens sei. Sie ermutigte mich damit, dass sie sagte, mein Mann und sie können schon das Köpfchen und ganz viele Haare sehen. Kurz darauf war das Köpfchen geboren. Ich hatte einen Moment zum Durchatmen. Corinna ermutigte mich wieder, dass mit der nächsten Wehe das Baby ganz geboren wird. Und so war es dann auch um 14:13 Uhr am 23. Mai 2014. Unsere Püppi war da! Sie wurde wunderbar sanft in diese Welt geboren. Es war wunderbar! Da lag es nun zwischen meinen Beinen, dieses kleine wunderbare Wesen. Wir zogen dann zu dritt in unser Bett um und kuschelten ausgiebig, während die Hebammen sich erst einmal zurückzogen. Nach ausgiebigem Kuscheln und Bestaunen wurde dann die erste Untersuchung durchgeführt und die Plazenta geboren. Bei der Untersuchung unseres kleinen Schatz erfuhren wir dann auch, dass wir eine kleine Tochter haben. Danach wurde noch die Untersuchung der Geburtsverletzungen durchgeführt, die mir Dank Corinnas Kaffeekompressen erspart blieben. Unsere Hebammen verabschieden sich, nachdem sie uns alles weitere erklärt und uns versorgt hatten und wir kuschelten weiter bis zum nächsten Tag und lernten uns kennen. Die Geburt unserer kleinen Tochter ist das schönste Erlebnis unseres Lebens! Und unsere Hebammen aus dem Geburtshaus haben uns für den Rest unseres Lebens eine wunderbare Erinnerung geschenkt. Die Geburt hätte nicht schöner und entspannter sein können!

Dieser Texte unterliegt dem Urherberrecht. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung – auch auszugsweise – bedarf der vorherigen Zustimmung des Urhebers.


Die wunderbare Geburt unserer Tochter Emma Jael

Es war ein Samstag Abend. Ich war zwei Tage über dem errechneten Geburtstermin. Mein Mann und ich beschlossen noch einmal gemütlich mit Freunden essen zu gehen. Die zwei Wochen davor hatte ich immer wieder Vorwehen. Allerdings nicht übermäßig stark. Dies konnte also alles oder nichts bedeuten. Als wir nach dem Essen zu Hause ankamen nahm ich ein Bad und ging anschließend zu den Nachbarn bei denen mein Mann schon am Fußball schauen war. Um halb zwölf lagen wir dann beide im Bett.! ! Um 1:30 wachte ich auf, wie die zahllosen Nächte zuvor und ging auf die Toilette. Als ich mich wieder ins Bett gelegt hatte ging ein Gluckern quer durch meinen Bauch. Dieses Gluckern endete mit – dem Blasensprung. Ich weckte meinen Mann und im Nu war klar: Ich war keine von den Frauen, die sich nicht sicher sind ob die Blase geplatzt sei oder nicht, denn das Fruchtwasser lief im Schwall heraus. Schnell eilte ich zurück auf die Toilette.! Kurz darauf rief ich die Bereitschaftsnummer des Geburtshauses an. Dort meldete sich die zuständige Hebamme. Als ich ihr von dem Blasensprung erzählte war ich zu Tränen gerührt und freute mich, dass es nun endlich losging.! Überzeugt, dass wir nun auf das „sich einstellen“der Wehen warten müssten, gingen wir wieder zu Bett. Die Wehen ließen allerdings nicht lange auf sich warten. Eine halbe Stunde später hatte ich regelmäßige Wehen. ! Ich entschloss mich ein Bad zunehmen. Bald wurden die Wehen so heftig, dass ich meinen Mann, der zwischenzeitlich wieder zu Bett gegangen war, weckte. Ich musste mich übergeben. Mein Mann stoppte die Zeit zwischen den Kontraktionen. Wir riefen ein weiteres Mal die Bereitschaftsnummer an. Die Hebamme ermutigte uns weiterhin die Wehen zuhause zu erleben, da sich bei Erstgebärenden die Wehen im Normalfall über einen längeren Zeitraum regelmäßig einspielen. Sie hatte mich über das Telefon über meinen Zustand befragt und war der Meinung wir hätten noch Zeit. ! Einige Wehen nach dem Telefonat, bat ich meinen Mann noch einmal bei der Hebamme anzurufen um ihr zu sagen, dass wir nun kommen würden. Inzwischen hatte ich ein mulmiges Gefühl. Ich wollte lieber untersucht werden und hatte außerdem Angst vor der Fahrt zum Geburtshaus – mit Wehen die bereits alle 5 Minuten kamen.! ! Im Geburtshaus angekommen, begrüßte uns die Hebamme. Wir besprachen kurz das weitere Vorgehen. Mein Mann holte die Taschen herein, bezog das Bett mit unserer Bettwäsche und kam dann zu uns. Ich hatte zu dem Zeitpunkt fast keine Wehenpausen mehr. Die Hebamme untersuchte mich und stellte dabei fest, dass mein Muttermund bereits 9 cm geöffnet war. Nur gut 3 Stunden nach dem Blasensprung. Das freute mich schon sehr!! Ich versuchte im Vierfüßlerstand die Wehen zu veratmen. Die Wehen zogen sich stark durch meinen Unterleib und ich verspürte einen Druck auf den Darm. ! Mein Mann unterstützte mich indem er mir eine Wärmflasche auf den Rücken hielt. Ich zitterte am ganzen Körper, mir war heiß und kalt zugleich.! Ich hatte mir in unseren Vorüberlegungen zur Geburt gut vorstellen können unsere Tochter in der Badewanne zu gebären. Dies war unser nächster Schritt. ! In der großzügigen Badewanne im Geburtshaus wechselte ich immer wieder die Position, da ich wusste, dass das Kind Unterstützung während seinem Weg durch mein Becken benötigte – je mehr ich mich bewegen würde, desto höher wäre die Chance für unsere Tochter sich gut ins Becken zu bewegen. In der Wanne verlängerten sich die Abstände zwischen den Wehen wieder. Ich konzentrierte mich während den Wehen „richtig“ zu rufen. Peinlich war mir das nicht, es tat gut, ein Ventil für den Schmerz zu finden und so durch die Wehen hindurch zu kommen. Für meinen Mann wie auch für mich war es eine neue Erfahrung mich so schreien zu hören. Die einzelnen Wehen waren für mich auf diese Weise allerdings sehr gut zu bearbeiten. Langes Ausatmen und tiefes Tönen. Eine gute Kombination, deren richtigen Einsatz ich zu schätzen lernte. ! Die Hebamme ermutigte mich nach dem Köpfchen unserer Tochter zu tasten. Zuerst war dies ein befremdlicher Gedanke, doch ich wollte mich darauf einlassen und so probierte ich es aus. Wow – dachte ich – ich habe unser Kind als erste am Köpfchen streicheln können. Sehr schön. Noch eindrücklicher und vor allem super motivierend war, den Kopf unserer Tochter unter einer Wehe zuberühren und zu spüren welchen Einfluss mein Schieben auf ihre Position hatte. Sie rutschte tatsächlich nach vorne. Also alle Kraft sammeln und noch mehr schieben! ! Bereits währenddessen und auch im Nachhinein muss ich sagen, dass ich die Wehen als sehr positiv und vor allem `durchlebbar` erlebt habe. Es war gut zu schaffen! Meine positive Einstellung zu den Wehen hatte mir sehr geholfen.! Nach 2,5 Stunden „arbeiten“ in der Wanne hatte ich das Gefühl, dass sich unsere Kleine nicht weiter durch das Becken bewegte. Ich wollte, dass sie endlich zur Welt kommt. Also motivierte uns die Hebamme mit unserer Tochter zu reden und sie auf die Welt einzuladen. Das tat mein Mann dann auch.! Kurz darauf riet mir die Hebamme zu einem Stellungswechsel – Ich solle doch mal auf die Toilette gehen, da mit einer leeren Blase das Kind manchmal auch weiter rutsche. Auf der Toilette angekommen war dann mir allerdings nicht mehr zum Wasser lassen zumute, denn schon kamen zwei starke Wehen und mit ihnen rutschte das Kind in den Scheideneingang.! So hatte ich für mich entdeckt, dass ich in der Hocke sehr effektiv pressen konnte. Deshalb wechselten wir dann von der Wanne auf den Geburtshocker. Jetzt war ich so motiviert ALLES zu geben! Ich presste mit aller Kraft, zwischendrin mit Cola und Traubenzucker aufgeputscht. Ich presste selbst ohne Wehen. Mein Mann saß hinter mir. Ich sollte mich jedoch zwischen den Wehen entspannen. Mit dem Spiegel sahen wir bereits den Kopf unserer Tochter. Jetzt entspannen? Unmöglich, und doch mit viel Willenskraft und Konzentration konnte ich den Schmerz veratmen und mich zu Entspannung zwingen. Ich lehnte mich an meinen Mann an und wartete auf die nächste Wehe. Unsere Tochter strampelte noch einmal als ob sie sich in meinem Bauch abdrücke und kam dann mit einer Wehe auf die Welt.! Emma Jael, 2880 g, 51cm – welch ein Geschenk und Wunder.! Wir sind sehr dankbar über diese tolle Geburt. Die Hebammen des Geburtshauses haben uns beigestanden ohne ständig einzugreifen, dennoch immer wieder ermutigt und einfach Sicherheit gegeben. Ich bin sehr erstaunt was eine Frau zu leisten imstande ist und wünsche jeder Frau die Gewissheit eine Geburt schaffen zu können!

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Marias Geburt

Ich erwartete mein erstes Kind und mir war schon immer klar, dass ich außerklinisch entbinden will und so meldeten wir uns für eine Geburtshaus-Geburt im Geburtshaus Stuttgart-Mitte an. 7 Tage vor dem errechneten Termin nachts um 3 Uhr bin ich von einem nassen Gefühl aufgewacht und mir war sofort klar- ich hab einen Blasensprung. Ich bin auf Toilette und hab mich entschieden, meinem Mann Bescheid zu geben. Vor lauter Aufregung konnten wir erst mal nicht mehr schlafen, sind aber doch nochmal weggedöst. Wir haben nach dem Ausschlafen gemütlich zusammen gefrühstückt, ich habe geduscht und danach haben wir der Hebamme Ruth Bescheid gegeben, dass ich einen vorzeitigen Blasensprung ohne Wehen habe. Wir haben erst einmal den gerade fertig gewordenen Wickeltisch eingeräumt und den Baby-Autositz mit den gewaschenen Sachen bezogen. Ruth kam mittags vorbei und hat mir alle möglichen Sachen (Eisenkrauttee, Pulver, Uterus-Öl, Tabletten) dagelassen, nach meinem Kind getastet und Herztöne gehört. Bei den Leopold Handgriffen kam raus, dass mein Kind wohl eine Hand am Kopf hält und sie hat mir gesagt, ich solle meinem Kind sagen, dass es seine Hand wieder in Bauchraum strecken soll, damit es genügend Platz hat. Wahnsinn, was sie alles tasten kann. Da hab ich mich gleich sicher und gut aufgehoben gefühlt. Eine Entspannung folgte danach- das hat mir sehr gut getan, denn ich hab danach eine ganze Stunde tief geschlafen- und sie hat gesagt, sie komme abends nochmal vorbei, um nach uns zu schauen. Sie hat mir halt auch nochmal klar gemacht, dass wenn sich bis nachts um 3 Uhr keine Wehen einstellen, ich morgens in die Klinik muss. Dieser Gedanke hat mich gestresst und begleitete mich den ganzen Sonntagnachmittag. Wir haben also den Sonntag damit verbracht, irgendwie Wehen herzuzaubern, waren lange Zeit spazieren und haben alle Kräuterchen nacheinander ausprobiert, so wie sie es uns gesagt hatte. Abends gegen 18 Uhr tat sich endlich mal mehr und ich hatte alle 10 Minuten eine kräftige Wehe, die sich da schon nur schwer im Sitzen aushalten lies. Meine Schwester kam noch und hat uns eine Suppe vorbei gebracht und uns ein wenig abgelenkt. Gegen 20 Uhr kam Ruth nochmals und ich war im Stehen am Wehen veratmen und hoffte sehr, dass diese nicht mehr weggehen würden. Ruth meinte, sie lege sich mal schnell Zuhause schlafen, denn wir würden sie bestimmt bald wieder anrufen. Und dann kam auch schon die Suppe wieder raus. Mein Mann verwandelte unsere Wohnung in eine gemütliche Wehen-Verarbeitungs-Wohlfühl-Oase. Machte überall Dämmerlicht an, damit das Oxytocin schön arbeiten konnte, so wie wir es im Kurs bei Lena E. gelernt haben und räumte die Sachen aus dem Weg, damit ich ungestört umhertigern konnte. Das war echt gut! Ja und so kamen die Wehen daraufhin schön regelmäßig und kräftig und ich konnte keine Sekunde liegen oder sitzen, denn die Wehen, die danach folgten, waren unerträglich. Also verbrachte ich die ganze Zeit im Stehen und hängte mich an unsere Garderobenstange und an meinen Mann, der mich prima unterstützte und jede Wehe mit mir aushielt. Gegen 23 Uhr wurden die Wehen fast unerträglich und ich sagte, an der Garderobenstange hängend zu ihm, dass ich es bald nicht mehr aushalten könne. Denn es kam eine nach der anderen und ich hatte starke Schmerzen vorne am Schambein, auch in den Pausen. Und da ich keine Badewanne habe, hab ich entschieden es in der Dusche zu versuchen, mich also in den Pausen immer warm zu duschen und die Wehe dann nass hängend an meinem Mann zu verschaffen- der arme. Ich hab dann versucht, selbst nach dem Muttermund zu tasten und es hat natürlich nicht geklappt, was mich sehr geärgert hat. Ohne Wehen in der Schwangerschaft hab ich es noch extra versucht und es ging gut und dann, als es wichtig wurde, gings nicht. Eine Stunde später hat mein Mann entschieden, Ruth anzurufen, weil ich sagte, ich kann nicht mehr und zu ihm gesagt habe, wenn sie mir nun nach der Untersuchung sagt, dass der Muttermund erst 2 cm offen ist, dass ich dann eine PDA in der Klinik brauche. Ruth meinte am Telefon, wir sollen uns eine halbe Stunde Zeit lassen, damit sie alles im Geburtshaus vorbereiten kann- ich dachte erst, „was noch ne halbe Stunde warten?!“ Aber bis wir mal die Treppen unten waren und im Auto saßen, verging doch eine Dreiviertelstunde. Das Treppenhaus runter hab ich zum Glück ohne Wehe geschafft, sonst wäre das ganze Haus aufgewacht. Die nächste kam gleich draußen am Geländer, wo ich in der Schwangerschaft schon einmal in den Busch gespukt habe. Die nächste gleich wieder am Auto- zum Glück hat das eine Dachreling, an der man sich prima festklammern kann. Und dann hab ich mich reingesetzt, mein Mann meinte noch, ich soll mich bitte anschnallen- „haha hab ich gesagt, das ist jetzt nicht Dein Ernst“. Wir fuhren los und er meinte dann immer lieb zu mir, ich soll doch gut schnaufen, und als ich ihm dann erklärt habe, dass das nicht mehr geht und ich nur noch laut sein kann, weil ich das Gefühl habe Presswehen zu haben, hat er dann auf die Tube gedrückt. An den Blitzersäulen in der Stadt hab ich noch „Achtung Blitzer“ gerufen, denn sonst wäre er voll reingefahren, mit bestimmt 70 km/h. Am Geburtshaus angekommen, so um 1 Uhr, kam eine Wehe nach der anderen und ich hab Ruth gesagt, dass da irgendwas nicht stimmt, weil es so sehr vorne wehtat, ohne Pause. Das Geburtshaus war wohlig warm, Ruth hatte eine gemütliche Atmosphäre geschaffen, überall Kerzen angemacht und man fühlte sich gleich sehr wohl dort. Sie hat mich einige Wehen lang beobachtet und gefragt, ob ich in die Wanne will- da hab ich sofort Ja gesagt, weil ich nicht mehr wusste, was sonst noch helfen würde. Danach hat sie mich untersucht und siehe da – der Muttermund war schon vollständig eröffnet, nur hatte sich das Köpfchen noch nicht richtig reingedreht. Also haben wir ein paar Wehen Hirtenstand am Wickeltisch (immer ein Bein abwechselnd höher als das andere stellen) gemacht und ich bin ich mit großen Storchenschritten in die Wanne, erstmal in die linke Seitenlage. Und die Wanne mit dem warmen Wasser war meine Rettung. Ein Glück, dass ich so eine kompetente Hebamme hatte, die jederzeit wusste, was sie tut und in jedem Moment das richtige parat hatte. Das gab uns viel Sicherheit. Nach 20 Minuten hatte ich ein ordentliches Druckgefühl und Ruth meinte, der Kopf kommt gut tiefer. Und so verbrachte ich dann die 2 Stunden Austreibungsperiode liegend und halbsitzend in der Wanne, mit kräftigen Wehen alle 4 Minuten (oder sogar länger), die ausreichten um meine Kleine zu gebären. Super- ganz ohne Stress! Die zweite Hebamme Jessica, bei der ich in der Vorsorge war, kam ca. eine Stunde vor der Geburt dazu. Die letzten Wehen verbrachte ich in der tiefen Hocke und nahm den Kopf selbst in Empfang. Dann hab ich mich wieder zurückgesetzt und es dauerte eine ganze Weile, bis sich die letzte Wehe anbahnte. Trotz gut zureden und Uterusöl und Wehe anreiben etc.. Sodass die Geburtshaushebammen auch schon auf die Uhr schauten und überlegten, was wir noch machen könnten. Nervös wurde jedoch niemand. Nunja, die ersehnte letzte Wehe kam und Ruth übernahm die Schultergeburt. 03:40 Uhr wurde sie ins Wasser hinein geboren. Ich hob unsere quietschfidele, rosige Tochter aus dem warmen Wasser und sie guckte uns gleich interessiert mit ihren großen Kulleraugen an, runzelte die Stirn und machte ihren ersten Schrei. Wir wussten ja zuvor nicht, ob Junge oder Mädchen und ich schaute gleich nach. Die Plazenta fiel mit einer kräftigen Nachwehe und etwas Mitschieben beim Heraussteigen aus der Wanne in die vorbereitete Schale. Danach kuschelten wir zu dritt lange Zeit im großen, gemütlichen Bett, ich legte sie das erste Mal zum Trinken an, bis dann mein Mann unsere Tochter abnabeln durfte und daraufhin die U1 gemacht wurde. 3440g, 51cm und 35cm. Das Nähen nach der Geburt folgte dann noch und nach nur 6 Stunden im Geburtshaus sind wir morgens um 7 Uhr überglücklich, erschöpft und sehr zufrieden zu dritt Zuhause angekommen. Vielen Dank nochmals für die kompetente Betreuung während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Ich bin sehr dankbar, dass ich so in Ruhe und selbstbestimmt gebären durfte und alles so wunderbar geklappt hat! Ich hoffe, Euch und das Geburtshaus wird es noch lange Zeit geben!

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Geburt von Anton

Wie alles begann…

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!
Wir waren uns sicher, dass Anton sich vor dem errechneten Termin auf den Weg zu uns machen würde. Mein Bauch war ab der 36. SSW nachts viel unruhiger als bei den anderen beiden SS.
Aber die letzten drei Wochen vor seiner Geburt hatten sich die ganze Familie mit ständigen Erkältungen, Halsweh, Mittelohrzündung mit hohem Fieber und allgemeinem Unwohl sein herum geschlagen, so dass Anton auf sich warten lies und für seinen großen Auftritt auf einen besseren Zeitpunkt wartete.
Mein Mann entschied sich, ab Dienstag 1. April, Urlaub zu nehmen. Mit dickem Bauch und angeschlagenen Kindern hatten die letzten Tage doch ziemlich an mir gezehrt und er wollte mir Zuhause unter die Arme greifen und mich nochmal etwas Kraft sammeln lassen. Für den nächsten Tag haben wir uns für den Märchengarten mit Freunden verabredet.
So gingen wir nach seinem ersten Urlaubstag ahnungslos ins Bett und machten noch Witze drüber, wann es denn losgehen könnte. Auch ich war nun endlich bereit, die Schwangerschaft zu beenden (was bis kurz vorher nicht der Fall war. Ja, … ich war gerne schwanger).
In dieser Nacht, mittlerweile war der 2.4.2014 kurz vor 2 Uhr 40+5 SSW, bin ich von zwei kräftigen Wehen aufgewacht … und da war wieder das Gefühl … dass es nun soweit ist! Ich weckte vorsichtig meinen Mann (unsere Tochter, 18 Monate, lag mal wieder im Gräbele) und vereinbarte mit ihm weitere zwei Wehen ab zu warten, bevor wir entschieden, alle Hebel in Bewegung zu setzen.
Nachdem ich auf der Toilette war und auch die nächsten Wehen in gleicher Stärke durch meinen Körper sausten, riefen wir die Schwiegereltern an, um unsere beiden Kinder abholen zu lassen. Ich informierte Corinna (Hebamme), dass wir Sie für heute Nacht bräuchten und Sie machte sich gleich auf den Weg.
Ich packte noch die restliche Übernachtungstasche von den Kindern und wir setzten sie mit Sack und Pack ins Auto. Meine Schwiegereltern kamen, tauschten die Autos und fuhren davon.
Ca. 2:20 Uhr war das Haus leer und mein Kopf war frei. Schon musste ich die Wehen zunehmend mehr veratmen. Ich wurde unruhig und rief Corinna nochmal an, um mich zu vergewissern, dass Sie auch bald da sei. Die letzte Geburt hatte ja nur eine knappe Stunde gebraucht. Mein Mann schickte ich, die Handtücher in den Backofen zu legen, …denn wenn das Kind ohne Hebamme kommt, müssen wir es warm einpacken, erklärte ich Ihm. Er lächelte …schließlich war er ja schon ein geübter Geburtsbegleiter und wusste mit seiner „gebärenden Frau“ um zu gehen. Ca. 15 Minuten später traf Corinna ein. Ich wanderte nach alter Manier im Flur auf und ab und veratmete die Wehen im Stehen. Bei Anton bedankte ich mich für die Wehenpausen von 2-5 Minuten, die ich mir bei den anderen Geburten sehnlichst gewünscht hatte 😉 !
Corinna hörte ab und zu mit dem Doptron nach Antons Herztönen. Es ging Ihm gut. Der Versuch in die Wanne zu steigen, war nur ein kurzer Gedanke. Als die Wanne voll gelaufen war, wollte ich noch nicht einmal daran denken, mich hin zu setzen oder gar hin zu legen.
Ich spürte jetzt schon Muskelschmerzen in den Oberschenkel von den Wehen, vom Laufen, Hocken und Stehen, aber hinlegen…nein Danke!!! So veramtete ich Wehe für Wehe, bis ein unglaublicher Druck durch mein Becken schoss und ich merkte, dass Anton nun kommen will. Die Zeit hatte ich total vergessen und kann mich auch nicht daran erinnern, je auf die Uhr geschaut zu haben.
Mein Mann wich mir wieder einmal nicht von der Seite und so erblickte Anton in meinen Händen im Stehen/tiefer Hocke am 2. April 2014 um 4:25 Uhr nach nur 2,5 Stunden das Licht der Welt.
Als Anton und ich auf dem Bett bondeten, fragte mich mein Mann irgendwann: „und…was ist es?“ Ich musste grinsen, …waren wir doch einfach nur froh und dankbar, dass alles gut gegangen war und unser Kind nun in meinen Armen lag, so hatten wir nicht geschaut, ob ein Anton oder eine Hanna unsere Familie komplett gemacht hat!
Und so können wir sagen: Willkommen kleiner Anton, wie schön dass Du geboren bist! Mit 3780 Gramm, 52 cm Länge, 36 cm Kopfumfang und einer kräftigen Stimme erfüllst Du unser Haus mit noch mehr Leben und Glück! DANKE!

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Geburt von Annika

Geboren am 1. Februar 2014 um 0:53 Uhr
3210g und 51 cm lang
Ich weiß nicht, warum, aber während meiner gesamten Schwangerschaft war ich mir sicher, dass ich über den errechneten voraussichtlichen Termin am 6. Februar gehen würde. Daher war ich auch stark irritiert, als ich am 29. Januar frische Blutungen und starken Schleimabgang bemerkte.
Hebamme und Frauenärztin beruhigten mich aber und meinten, das könnte so auch noch 2 Wochen gehen.
Am 31. Januar hatte ich (meiner Meinung nach) endlich Übungswellen. Darauf hatte ich die gesamte Schwangerschaft schon gewartet und war froh, dass auch meine Gebärmutter üben wollte.
Das periodenartige Gefühl kam sehr regelmäßig, ich machte mir jedoch absolut keine Gedanken über Geburt, damit kann es ja noch 2 Wochen gehen….
Mein Mann kam an diesem Tag etwas früher heim und ich wollte die Theorie, dass ein Bad Übungswellen vertreibt testen. Als ich dann in der Badewanne lag fühlte ich mich sehr wohl, aber die Wellen gingen nicht weg. Da sie aber auch nicht stärker wurden, tat ich das trotzdem unter Übungswellen ab.
Gegen 18 Uhr musste ich die Wellen dann schon ein wenig veratmen, fühlte mich dabei aber immer noch sehr wohl. Mein Mann bedrängte mich, dass das keine Übungswellen seien, installierte eine Wehenapp (die anzeigte, dass die Geburt bei meinen Abständen und Intensitäten unmittelbar bevorstünde) und zwang mich im Geburtshaus anzurufen. Um ihn zu beruhigen tat ich das auch und kündigte unser Kommen an. (Insgeheim dachte ich, dass ein Fehlalarm nichts ausmacht, da wir dann immerhin den Weg mal gefahren sind.)
Nachdem mein Mann das Auto gepackt hatte machten wir uns um 19:30 Uhr auf den Weg. Im Auto fand ich es dann nicht mehr so entspannt und schön. Das Veratmen der Wellen war schwieriger und ich wusste nicht, was ich mit meinen Füßen tun sollte. Ich war nicht mehr so fest überzeugt, dass das nur noch Übungswellen sind. Daher war ich dann sehr froh, als wir um 20:15 Uhr im Geburtshaus ankamen. Dort wurden wir dann von Hebamme Monika in bereits gemütlicher und angenehmer Atmosphäre erwartet. (Ab hier setzt mein Zeitgefühl aus.)
Ich konnte die Wellen am besten im Stehen und Gehen verarbeiten, weshalb ich viel in den beiden Räumen unterwegs war. Es war überhaupt nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Vor allem wollte ich überhaupt nicht angefasst werden (was meinen Mann irritierte) und auch die CD mit der Regenbogenentspannung hat mich in diesem Augenblick stark gestört. Ohne alles war ich ganz bei mir.
Irgendwann (mein Mann sagt nach 2 h) wollte ich dann die Wanne ausprobieren, da ich mir das sehr schön vorstellte. Nach von mir gefühlten 5 Minuten (mein Mann sagt ca 45 Minuten) bin ich aber wieder rausgegangen, da ich mich sehr unwohl fühlte und keine Entspannung fand.
Es folgte ein kurzes Intermezzo im Vierfüßlerstand, was ich aber auch schnell aufgab. Dann DIE Lösung für mich: Der Gebärhocker. In den Wellenpausen bin ich darauf gesessen und wenn eine Welle kam stand ich und hängte mich ans Seil um meinen Körper zu unterstützen.
Ich habe mich sehr schwer getan, dass mein Kind schon “so früh” kam und irgendwann meinte Monika “Jetzt ist es auf jeden Fall ein Februarkind.” Kurz darauf kam auch Corinna, die zweite Hebamme. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass Ausatmen auf a oder o mir und meinem Körper hilft mit meinem Ausscheidungsdrang (sowohl oben, als auch unten, es kam aber nix) umzugehen.
Monika hörte immer wieder mit dem Dopton nach dem Kind, hörte aber sofort auf bzw. unterliess es, wenn ich das nicht wollte. Ihr Angebot nach dem Muttermund zu sehen, lehnte ich ab. Auf Nachfrage spürte ich in mich hinein und bemerkte tatsächlich, ja, er ist schon relativ weit auf. Irgendwann wollte Monika doch mal nach dem Muttermund schauen, was ich zuliess, da mittlerweile leicht Blut aus mir herauslief. Das Kind und ich schoben nun schon Richtung Erdboden und ich bemerkte, dass sie immer wieder zurückrutscht. Klar, um meinen Damm vorzudehnen, aber in diesen Augenblicken fand ich das alles sehr frustrierend und forderte sie laut auf, endlich rauszukommen! Mitten in diesem Vor und Zurück platzte dann die Fruchtblase. Für mich überraschend, es kam nur ganz wenig Fruchtwasser raus. Ich hatte da irgendwie Sturzbäche erwartet, es war aber nur eine kleine Pfütze. Kurzfristig stagnierte die Geburt ein wenig. Monika und Corinna ermutigten mich verbal und zu verschiedenen Stellungswechseln, was ich unter der Geburt als sehr anstrengend wahrnahm. Dann hatte Corinna die zündende Idee. Bei meiner letzten Vorsorge bei ihr, hatte ich erwähnt, dass ich den kleinen Gebärhocker super bequem fand. Sie schlug es mir vor und nach einer weiteren Wehe war dann der Kopf unserer kleinen Maus geboren. Nach einer kurzen Sekunde der Stille fing sie (noch mit dem Körper in mir) an zu schreien und zu erzählen. Ich kann mich an keine weitere Welle erinnern, aber dann war ihr Körper geboren und unsere kleine Annika kam direkt, noch auf dem Hocker zu mir in die Arme. Nach kurzer Zeit sind wir dann zu dritt zum Kuscheln aufs Bett umgezogen.
Gegen kurz vor 2 wurde die Plazenta geboren und ich habe die Nabelschnur durchtrennt und Annika das Leben geschenkt. Monika nähte noch meinen Dammriss (von dem ich nichts mitbekommen habe)!
Nach weiteren Kuschel- und Anlegeeinheiten und der U1, zog mein Mann Annika an. Ich wurde von den Hebammen ein wenig gepäppelt und machte mich auch abreisefertig.
Kurz vor 4 Uhr am 1. Februar haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Zuhause haben wir dann den Rest der Nacht mit Staunen, Kuscheln und Dösen verbracht.
Alles in allem war es eine wunderschöne, harmonische und friedliche Geburt! Ich würde so jederzeit wieder ein Kind bekommen. Vielen Dank, liebe Monika und liebe Corinna für die tolle Erfahrung!

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