Beraten, beschützt, bestärkt, beruhigt….

… so fühlten wir uns bei unserer Geburt unseres ersten Kindes!

Am errechneten Termin machten sich abends um 23 Uhr erste Kontraktionen bemerkbar. Diese waren kurz und zwischendurch war es immer wieder so, als sei nichts gewesen. Ich konnte noch ein bisschen räumen, nochmal über die Küchenplatte wischen, und im Flur ein bisschen Chaos beseitigen. Ich legte die Meditations-CD aus dem Hypnosekurs auf, schlief immer wieder ein, hörte Musik, atmete auf dem Sitzball wippend und so weiter: Ich fühlte mich bereit fürs Baby!

Am nächsten Morgen gegen 11 Uhr rief ich Corinna aus dem Geburtshaus an, um ihr Bescheid zu sagen, dass wir wohl die Geburt miteinander erleben würden! Ich freute mich wirklich sehr, dass sie dabei sein würde! Zu wissen, dass ich mich jederzeit melden könne, war sehr hilfreich!

Ich probierte zu Hause in Ruhe alle möglichen Positionen zum Veratmen der Kontraktionen durch. Gegen 17 Uhr musste schon mein Mann bei Corinna anrufen, weil ich nicht mehr imstande war zu sprechen, ohne von einer Kontraktion ergriffen zu werden. Corinna kam zu uns nach Hause, redete uns gut zu, und wollte den Muttermund ertasten. Ich wollte zunächst gar nicht wissen, wie weit er schon geöffnet war, um nicht demotiviert zu sein. Aber sie überzeugte mich. So standen wir also bei 4-5 cm.

Ich tönte weiter meine tiefen „Ahhhs” und „Ohhhs“, entspannte meine Stirn und meinen Kiefer, dachte an meine Kraftspender und versuchte immer wieder, bewusst zu entspannen. Mein Mann unterstützte mich fabelhaft dabei – er legte mir die Hand auf die Stirn oder sprach mir Mut zu. In der Badewanne gelang mir die Entspannung am besten- als ich jedoch ausstieg, verspürte ich schon einen Drang, mitschieben zu wollen.

Also packte mich mein Mann um ca. halb zehn abends ins Auto ein und fuhr mit mir ins Geburtshaus, wo Corinna schon auf uns wartete. Die Kerzen leuchteten, die Wanne war schon eingelassen, es roch so gut und vertraut. Es fühlte sich in dem Moment einfach alles richtig und schön an! Corinna war einfach da und ermutigte und bestärkte und lobte mich in allem was ich tat. Da es mir im Wasser am wohlsten war, stieg ich wieder in die Wanne, bis jedoch Corinna mich aufforderte, auszusteigen, weil Oskars Herztöne absackten. Mein Mann und ich atmeten mit voller Konzentration tief zu unserem Sohn und sprachen mit ihm – im Nu gingen die Herztöne wieder nach oben. Und schließlich kam Oskar dann in einer urgewaltigen Kontraktion „in einem Schwups“ vor dem Bett auf die Welt! Und da lag er nun vor mir und ich konnte nur rausbringen: „Wie klein bist du!!! Hallo, kleiner Mensch!“

Corinna half mir beim Hochnehmen und wir kuschelten uns sofort zusammen aufs Bett. Ein unglaubliches Gefühl von Stolz und Stärke und Wachheit durchströmte mich!

Mich haben die Meditationen aus dem Hypnosekurs total beruhigt; sosehr dass ich immer wieder zwischen 2 Kontraktionen schlafen oder zumindest super entspannen konnte. Außerdem hat mich das Bild meiner guten Geburt sehr bestärkt! Ich stellte mir immer wieder meinen uralten, fest verwurzelten, starken, alten Baum vor. Manchmal machte ich auch während der Kontraktionen Handbewegungen, z.B. Wellen oder die sich öffnende Knospe einer Blume.

Alles in allem war die Geburt ein wunderbar bestärkendes Erlebnis, über das mein Mann und ich sehr viel sprechen und von dem wir richtig schwärmen. Wir empfinden beide sehr tiefe Dankbarkeit, dass alles so toll gelaufen ist und auch Demut, so ein kleines, gesundes Menschenbündel zur Welt gebracht zu haben! Unsere Intuition hat definitiv über all die Zweifler und Krittler gesiegt!

Aber auch dem ganzen Team vom Geburtshaus gegenüber sind wir sehr dankbar für die tolle Vor-/Während-/ und Nachsorge, die zu jeder Zeit absolut wertschätzend war!

Wir waren so gespannt und euphorisch, die Geburt zu erleben, dass wir euch auch gerne ermutigen wollen, so gelassen zur Reise zu eurem Kind zu starten! Ihr schafft das auch!

Oskar kam am 10. Mai 2018, dem diesjährigen „Vatertag“, um 01.07 Uhr mit 3020g und 52cm Länge auf die Welt! Wir sind absolut verliebt und fühlen uns sehr verwöhnt vom Glück!

Dieser Texte unterliegt dem Urherberrecht. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung – auch auszugsweise – bedarf der vorherigen Zustimmung des Urhebers.


Eine kraftvolle Geburt - Emilia

Es ist etwa halb sechs am Dienstagabend. Ich stehe im Türrahmen zum Bad und glaube gerade meine erste Wehe gespürt zu haben. Ich freue mich, dass es bald losgeht. Schon die letzten Tage habe ich das Gefühl gehabt, dass sich etwas tut. Ich fühle mich bereit und trotzdem nervös. Mein Bauch fühlt sich riesig an, meine Finger und mein Gesicht sind ganz aufgequollen. Mein Körper hat anscheinend auch genug vom schwanger sein.

Mein Mann repariert noch schnell den Wasserhahn im Bad und ich lege eine wasserdichte Unterlage auf meiner Matratze bereit. Für den Fall der Fälle.

Nach dem Abendessen gehen wir recht zeitig ins Bett. Nochmal den letzten Schlaf mitnehmen. Ich habe viele Berichte gelesen in denen es noch ein paar Tage dauerte bis es wirklich losging – mit dieser Erwartung gehe ich schlafen. Jede halbe Stunde wache ich auf, die Intensität der Kontraktionen nehmen zu. Am liebsten liege ich dabei auf der Seite und rolle mich zusammen – soweit das eben geht mit der Kugel.

Gegen Mitternacht beschließe ich mal auf die Uhr zu schauen. Die Abstände haben sich deutlich verkürzt. Die Pausen sind nur noch knapp eine viertel Stunde lang. Die Wehen fordern mehr Konzentration von mir. Ich wecke meinen Mann mit den Worten „Ich glaube morgen gehst du nicht mehr auf die Arbeit“ – Ich soll recht behalten. Er bereitet das Wohnzimmer vor- Malerfließ auf dem Boden, Kerzenlicht sorgt für eine entspannte Stimmung, die Heizung läuft und am Deckenhaken hat ein Tragetuch den Hängesessel abgelöst. Die Couch wird mein Lieblingsort für die nächsten Stunden. Ich knie davor und stütze mich darauf ab. In den Pausen kann ich den Oberkörper ablegen und entspannen. Mein Mann sitzt mir gegenüber und hält meine Hände, so kann ich gut daran ziehen.

Ich empfinde die Wehen immer heftiger, ich habe kaum noch Pausen. Mir geht das etwas zu schnell. Ich mache mir etwas Sorgen um das Baby, denn wie auch während der Schwangerschaft fühle ich kaum Bewegungen. Und außerdem bin ich schon am Schwitzen. Innerlich muss ich etwas schmunzeln. Denn bevor die Frau schwitzt, so hieß es davor augenzwinkernd bräuchte man die Hebamme gar nicht erst dazu holen.

Ich wechsle die Positionen, hänge mich auch mal an das Tuch. Lautes Tönen hilft mir mit den Wehen zu arbeiten. Mein Mann tönt zeitweise mit. Hätte nicht gedacht, dass ich das gut finden werde. Kurz denke ich an die Nachbarn und die hellhörigen Wände. Egal. Ich weiß, dass jede Wehe einen Hormoncocktail lostritt die mein Körper für diesen Kraftakt braucht. Darauf habe ich mich mental vorbereitet und daran hält mein Hirn fest. Scheint zu funktionieren. Nächstes Mal sollte ich mehr Ausdauer trainieren, denke ich nur. Ich spüre jeden Muskel in meinem Körper arbeiten und frage mich wie lange ich das wohl aushalte.

Es ist vielleicht 3 Uhr früh als ich Marcus bitte doch mal die Hebamme zu rufen. Ans Telefon geht Ann-Christin- Ich freue mich, denn Sie ist „meine“ Hebamme. Sie ist in kurzer Zeit da. Ich fühle mich wieder sicher. Sie untersucht mich und mein Baby – alles ist gut. Sie bietet mir an mich vaginal zu untersuchen-das nehme ich gerne an. Dafür muss ich mich auf den Rücken legen. In dieser Position finde ich die Wehen kaum auszuhalten – einer der vielen Momente in denen ich meine selbstbestimmte Geburt schätze. Der Muttermund ist erst wenig geöffnet. Ein Blick auf die Uhr und ich hoffe innig, dass die Regel „1 cm pro Stunde“ bei mir nicht gilt. Es wird nämlich anstrengend. Ich schicke Ann-Christin weg. Sie würde bleiben, wenn ich das will. Ich weiß diesen Part müssen mein Baby und ich alleine schaffen. Mein Mann bleibt tapfer bei mir. Die Wehenpausen sind so kurz, ich lasse ihn nicht mal auf Toilette. Im Nachhinein tut er mir ein wenig leid.

So wehen wir gemeinsam. Ich entwickle einen richtigen Rhythmus. Bis ich anfangen muss zu pressen. Jap das kann man wirklich kaum unterdrücken. Da werde ich von jeder Wehe aufs neue überrascht. Zeit für die Hebamme. Da um 7 Uhr Übergabe ist warten wir noch ein wenig bis wir anrufen. Ich weiß Corinna hat ab jetzt Dienst. Das beruhigt mich, ich habe ein gute Gefühl bei Ihr.  Dass Corinna ankommt bemerke ich kaum noch. Auf einmal sitzt sie neben mir und redet ruhig mit mir. In den Wehenpausen kontrolliert sie die Herztöne. Alles ist gut. Sie untersucht mich – der Muttermund ist noch nicht komplett offen. Sie fragt mich daher ob ich die Presswehen noch ein paar Mal veratmen kann. Ich versuche es – aber mein Körper ist anderer Meinung- ich schaffe es kaum. Ich bin kurz verunsichert. Doch dann rät sie mir es so zuzulassen wie es eben geht. Irgendwann dazwischen kommt Eva, die zweite Hebamme dazu auch das bekomme ich nicht wirklich mit.

Corinna schlägt mir vor selbst nach dem Köpfchen zu tasten. Aber dafür habe ich gerade keine Nerven. Ich bin damit beschäftig meinen Körper zu kontrollieren. In dieser Phase benötige ich all meine Konzentration und Kraft. Ich schaue nicht mehr auf die Uhr, weiß nicht wie viel Zeit vergeht. Ab und zu wird mir kalt, dann legt mir mein Mann den Bademantel um. Dann wird mir wieder heiß. Ich verlange nach Traubenzucker und etwas zu trinken.

Ich spüre den Druck Richtung Damm. Ärgere mich etwas, wenn ich zwischen den Wehen fühle wie der Kopf des Babys wieder zurückrutscht. Doch ich spüre es geht vorwärts. Ich gehe nochmal auf Toilette. Aber ich muss gar nicht. Ich mache die Tür trotzdem hinter mir zu, fühlt sich gut an kurz ganz für mich zu sein.

Die Position an der Couch wird mir zu verkrampft, meine Ellenbogen sind ganz aufgescheuert. Wir versuchen es im Stehen am Tuch oder in den Armen meines Mannes. Das geht gar nicht. Bei jeder Wehe klappe ich vor Anspannung fast in der Mitte zusammen. Gut dann versuche ich mal die tiefe Hocke. Die hatte mir in der Vorbereitung am besten gefallen. Meine Oberschenkel streiken. Dann eben wieder zurück ins Knien. Ich bemerke am Rand wie Corinna warme Kaffeekompressen auf meinen Damm legt und mir den Rücken streicht. Das ist angenehm. Sie schlägt vor, dass ich nochmal zur Toilette gehe. Finde ich erstmal gar nicht gut. Der Weg kommt mir ewig weit vor, zweifle ob ich das zwischen den Wehen schaffe (es sind nur 2 Meter gewesen 😉). Als ich schließlich auf der Toilette sitze bekommt mich Corinna kaum noch davon runter. Ich kann hier gut pressen, eine gute Sitzhöhe und ich kann mich seitlich an den Wänden abstützen. Jetzt taste ich auch mal selbst und spüre den Kopf als eine harte, leicht glibschige Rundung. Eine ganz wundersame Erfahrung. Corinna möchte mich gerne wieder im Wohnzimmer, Geburt auf der Toilette ist vielleicht nicht ganz das wahre. Ok ich raffe mich wieder auf.

Von da an geht alles ganz fix – zumindest in meiner Einnerung. Ich knie wieder vor dem Sofa, mein Mann sitzt vor mir. Er hat mich im Arm. Die letzten Presswehen strengen ich mich nochmal richtig an. Auf einmal spüre ich den Druck steigen. Corinna meint der Kopf ist gleich durch. Dann wird es auf einmal ganz warm und das Fruchtwasser entleert sich in einem Schwall. Bei der nächsten Wehe flutscht der Rest meines Babys durch. Es ist 10:31 Uhr. Ich setze mich zurück, so dass ich mein Baby selbst auf meine Brust legen kann. Bevor ich es überhaupt sehen kann steigen mir die Tränen in die Augen. Eine Welle aus Gefühlen überkommt mich. Ich bin gleichzeitig so erschöpft, so glücklich, verliebt, dankbar und verdammt stolz wie ich es noch nie zuvor war. Mein Mann und ich küssen uns unter Tränen und halten gemeinsam unser Kind in den Armen. Es ist ein Mädchen, unser erstes Kind.

Ich lege mich mit Baby Emilia auf die Couch und lege sie das erste Mal an. So ein kleines zerbrechliches Wesen, sie ist perfekt und wunderbar.

Nach ein paar Minuten kündigt sich die Nachgeburt an. Corinna fordert mich noch einmal zum Pressen auf. Zu unser allem Erstaunen kommt diese dann mit etwas mehr Schwung auf Corinna zu wie erwartet – da war ich anscheinen noch voll im Pressmodus. („Du hast gesagt ich soll Pressen“ 😉)

Jetzt habe ich Hunger! Ich glaube Ann-Christin war es die Brötchen vorbeibringt und extra ein Croissant für mich. Eine unwahrscheinlich herzliche Geste.

Nachdem die Nabelschnur auspulsiert hat durchtrennt mein Mann die Nabelschnur. Er kann nun nach den Untersuchungen mit Emilia ins Bett zum Kuscheln.

Emilia hat sich ihren Weg gebahnt, so muss mich Corinna noch nähen. Ich hatte das gar nicht mitbekommen, darüber bin ich froh. Sie betäubt alles gründlich und arbeitet sehr einfühlsam. Danach kann ich endlich duschen. Eva begleitet mich. Ich bin noch etwas zittrig auf den Beinen. So fühlt man sich bestimmt nach einem Marathon – am nächsten Tag werde ich Muskelkater haben…mein Mann übrigens auch, vom ganzen Dagegenhalten.

Erst als alle Fragen geklärt sind und wir gut versorgt sind verlassen uns Corinna und Eva. Ich freue mich wahnsinnig danach in meinem eigenen Bett zu liegen und dort mein Wochenbett zu verbringen

Gleich abends kommt auch schon Ann-Christin vorbei und beginnt mit der Nachsorge.

Auch heute fast 9 Monate nach der Geburt unserer Tochter, erinnere ich mich gerne mit meinem Mann daran zurück. Ich bin glücklich, dass ich meine Tochter in entspannter Atmosphäre mit mir vertrauten Menschen und in gewohnter Umgebung zur Welt bringen durfte. Ich danke dem besten Mann der Welt, dass er meine Wünsche respektiert und mich auf diesem Weg begleitet.

Ich wünsche jeder Frau die Möglichkeit ihre Geburt so zu gestalten wie sie es möchte.

Dieser Texte unterliegt dem Urherberrecht. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung – auch auszugsweise – bedarf der vorherigen Zustimmung des Urhebers.


Geburt unseres Sohnes zu Hause

Es war der 13.01.2018, vier Tage vor dem errechneten Termin. Nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag  ließen mein Mann und ich den Tag mit Freunden entspannt ausklingen.  Ich hatte Appetit, etwas richtig Gutes (Fleisch!) zu essen, so gingen wir nochmal kurz einkaufen. Die anderen kochten, ich legte mich derweil kurz hin und schlief. Zum Abendessen stand ich wieder auf. Gegen 21 Uhr begann ich Kontraktionen der Gebärmutter zu bemerken und musste auch mehrmals zur Toilette den Darm entleeren. Ich dachte an die „3 B’s“ (Backen, Baden, Bier) und entschied mich für ein alkoholfreies Bier. War mir zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher, ob die Geburt startet oder der Tag etwas zu anstrengend gewesen war und ich daher Schmerzen hatte und einfach Erholung brauchte. Gegen 22 Uhr verabschiedete ich mich aus der gemütlichen Runde im Wohnzimmer und zog mich in die Badewanne  zurück. Wollte mal ausprobieren, welche Wirkung das hatte. Tat gut und war entspannend, aber veränderte nichts an den regelmäßigen Kontraktionen, etwa alle 10 Minuten. Noch ganz gut verträglich. Also: Entspannung und so viel wie möglich schlafen. Schüttelmassagen von Steffen. Nach Mitternacht wurden die Wehen heftiger, ich brauchte Raum und Platz für mich. So bat ich Steffen mit unserer großen Tochter ins Kinderzimmer zu ziehen und einfach weiterzuschlafen.

Ich hatte mir für diese Geburt vorgenommen, die Wehen so lang wie möglich alleine mit mir auszumachen und zu verarbeiten. Steffen sollte seine Kräfte für später sammeln können.  Die Wehen ließen sich noch gut veratmen und ich konnte sogar dabei liegen bleiben. Zwischendurch schlief ich weiter. Da es mitten in der Nacht war, wollte ich nicht anfangen zu backen oder mich anderweitig abzulenken, sondern versuchte möglichst viel zu ruhen und zu schlafen. Gegen drei Uhr waren die Wehen sehr stark, die Schmerzen wurden heftiger.  Inzwischen musste ich auch jedes Mal in den Wehen aufstehen und diese, auf die Kommode gestützt, veratmen. Ich wollte ausprobieren, ob mir ein Bad gut tun würde, ließ Wasser ein und legte mich in die Wanne. Tat gut, aber die Wehen waren weiter schmerzhaft. Ich betete, dass Gott die Schmerzen mit mir teilt. Manchmal konnte ich genau das erleben, manchmal fühlte ich mich einfach allein und verlassen. Gegen vier Uhr hatte ich einen echten Tiefpunkt. Ich  musste an die langwierige erste Geburt denken und bekam Angst, dass es wieder so werden würde. Ich schrieb eine Nachricht an eine Freundin und Seelsorgerin mit der Bitte für mich zu beten. Gegen 5 Uhr weckte ich das erste Mal Steffen. Wir beschlossen gegen 7 Uhr bei der Hebamme anzurufen. Kurz vor 7 Uhr hatte ich inzwischen schon sehr starke Wehen, ich konnte dabei nur noch stehen, der Druck auf den Darm war groß. Ging regelmäßig auf die Toilette, der Darm entleerte sich. Steffen rief die Hebamme, an. Sie kam eine halbe Stunde später bei uns zu Hause an. Unsere  Tochter schlief immer noch. Steffen gab auch dem Freund Bescheid, der sich während der Geburt um sie kümmern wollte.

Eva, meine Hebamme, merkte recht schnell, dass hinter den Wehen schon ein großer Druck steckte und bot an mich zu untersuchen. Der Muttermund war schon 6-7cm geöffnet. Ich war sehr erleichtert, dass er schon so weit geöffnet war. Und von dem Zeitpunkt an ging alles recht schnell. Eva rief die zweite Hebamme, ich wechselte vom Stehen in den Vierfüßler-Stand vorm Bett und war schon mitten in den Presswehen. Ich wollte nicht mehr, machte aber doch weiter, es gab ja keinen Weg zurück. Ich war recht laut, spornte das Baby an, nun zu kommen. Die Fruchtblase platzte. Da sich der letzte Zentimeter Muttermund nicht öffnen wollte, schlug Eva vor, in die Seitenlage zugehen, was ich aber während der Wehen nicht aushielt. Daraufhin schlug sie mir die Badewanne vor. Dort ging es dann plötzlich sehr schnell. Das Köpfchen kam, ich konnte es fühlen und dann war das Baby ganz da und lag in der Badewanne auf meiner Brust und Bauch. Das war dann kurz vor 10 Uhr morgens. Nach ein paar Minuten später schaute Steffen nach – ein Junge (was wir bis dahin nicht wussten).  Steffen und die Hebammen halfen mir ins Bett. Dort hatten wir sehr viel Zeit für uns. Unser Sohn lag an meiner Brust und begann zu saugen. Die Nachgeburt erlebte ich viel bewusster als bei der ersten Geburt, aber auch diese verlief sehr gut. Später trennte mein Mann gemeinsam mit meiner Tochter die Nabelschnur durch.

Es war ein sehr schönes Geburtserlebnis für mich. Ich fühlte mich sehr gut durch die Hebammen betreut und bin dankbar für ihre einfühlsame und kompetente Begleitung. Auch Details, wie ein persönlicher Gruß der Hebammen im gelben U-Heft an unseren frisch geborenen Sohn gerichtet, haben mir viel bedeutet.

Dieser Texte unterliegt dem Urherberrecht. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung – auch auszugsweise – bedarf der vorherigen Zustimmung des Urhebers.


Yoriks Geburt

Die Tage vor der Geburt sind von heimlichem Warten erfüllt. Frau horcht in ihren Körper hinein um ein Zeichen zu erkennen,wann das Kind hinauskommen möchte. Ein Sehnen, aber auch ein Bangen um die Herausforderungen die unser Kind mit sich bringen wird. Es ist das Warten auf ein Erlebnis auf das wir als Paar und auch als Familie lange hingearbeitet haben. Das Warten ist gefüllt mit dem Wissen, dass die Geburt unser Leben nochmals stark verändern und bereichern wird, einer Neugier auf den neuen Erdenbürger und der Respekt vor der Kraft und Perfektion des Körpers der es schafft Menschen zu gebären.

Der errechnete Termin für unser Kind war der 30.12.2017. Genau die Zeit in der mein Mann Lucas Ferien hatte und nicht auf Hochtouren arbeiten musste. Wir waren einen Monat vor Geburtstermin noch in eine neue Wohnung umgezogen und hatten in Windeseile alles eingerichtet um uns ganz unserem Kind widmen zu können. Wir hatten uns schon vor längerem für eine Hausgeburt entschieden, da ich auch schon meinen ersten Sohn Samuel im Geburtshaus geboren habe. Ich fand den Gedanken schön, nicht entscheiden zu müssen wann man ins Geburtshaus fährt, zudem wir auch gar kein Auto haben.

Lucas und ich verbrachten also erwartungsvolle Weihnachtsferien. Mein erster Sohn war mit seinem Papa eine Woche bei den Großeltern und feierten ein zweisames Weihnachten. Da Samuel damals ein paar Tage zu früh kam ging ich die ganze Zeit davon aus, dass auch dieses Kind nicht auf sich warten lassen würde. Aber falsch gedacht. Also schraubte ich meine Erwartungen zurück und versuchte jeden Tag den Lucas und ich noch zu zweit hatten zu genießen. Lucas hingegen wurde immer ungeduldiger und fragte mich jeden Tag ob unser Kind heute käme. Die Ungeduld war auch dem Wissen geschuldet, dass er schon am 7.1 wieder arbeiten musste und mir im Wochenbett kaum beistehen konnte.

Nach ein paar Tagen kam dann Samuel zurück. Am 31.1, ein Tag vor dem ET+2 Termin in der Filderklinik spürte ich eine Präsenz im Unterleib. Es waren kaum Schmerzen, einfach so ein leises „Rufen“, dass meine Aufmerksamkeit immer wieder dort hinlenkte. Ich ahnte schon dass es nicht mehr lange dauern würde, verlautete Lucas aber nicht allzu viel. Es war ein richtig schöner, sonniger Tag und gemeinsam mit meinem Sohn machten wir noch eine kleine Fahrradtour zu einem Bauernhof. Ich weiß auch nicht wie ich es mit dem dicken Bauch den Berg hoch geschafft habe.

Nach ein paar Stunden hatte ich das Gefühl jetzt dringend nach Hause zu müssen. Wir machten noch ein Silvesteressen und versprachen Samuel ihn um 0 Uhr zu wecken um Raketen zu schauen. Kurz nachdem ich ihn ins Bett gebracht hatte spürte ich vereinzelt ein leichtes Ziehen im Unterleib. Ich ging in die Badewanne, aber danach war nichts mehr. Plötzlich gegen 22.30 Uhr kam das Ziehen dann wieder. Verunsichert rief ich meine Mutter an, die sich bereit gehalten hatte um bei Geburt zu uns zu fahren und nach Samuel zu schauen. Ich wollte ja keine Pferde lostreten, doch schon während dem Telefonat spürte ich regelmäßige Wehen in ziemlich kurzen Abständen. Meine Mutter machte sich sofort auf dem Weg und Lucas rief die Rufbereitschaftsnummer an. Malin, die wir beide sehr gut kannten machte sich daraufhin auf den Weg zu uns. Die Wehen waren noch sehr erträglich, wenn auch der Abstand nur wenige Minuten betrug. Als Malin bei uns eintraf war es 0 Uhr und die Erde explodierte und wir schauten dem Feuerwerk vom Sofa sitzend zu. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch: „Ach, wenn das so bleibt, dann ist das ja super easy!“, wobei mir auch klar war, dass ich erst am Anfang stand.  Malin ließ uns dann einfach machen, mit dem Hinweis, dass wir sie rufen sollten wenn wir was benötigten und zog sich in ein Zimmer zurück. Meine Mutter war inzwischen auch eingetroffen und legte sich neben Samuel ins Bett.

Ziemlich schnell verlängerten sich die Wehen und die Schmerzen wurden intensiver. Ich lag zunächst in unserem Schlafzimmer auf dem Boden, wollten dann aber ziemlich schnell in die Badewanne, die Lucas für mich einließ. Das Bad habe ich dann auch nicht mehr verlassen. Lucas war die ganze Zeit bei mir und ich habe bei jeder Wehe seine Hand zerquetscht. Seine Präsenz hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. War er kurz weg, so schienen die Schmerzen unerträglich. Zu Atmen hat mir auch sehr geholfen und auch wenn mein Unterleib zu zerreißen schien, konnte ich in den kurzen Wehenpausen gut entspannen und loslassen, sodass ich dann wieder Kraft hatte um den Wehen zu begegnen.

Die Zeit verging wie im Fluge. Ziemlich bald spürte ich den leichten Drang zu pressen, dachte es aber noch zurückhalten zu müssen. Da riefen wir Malin, weil ich gerne wissen wollte ob der Muttermund schon ganz auf sei und ich pressen könne. Malin meinte, dass er ganz geöffnet sei und die prall gefüllte Fruchtblase sich schon rausschieben würde. Ich tastete selbst mit der Hand und spürte tatsächlich eine prall gefüllte Haut, die sich zunächst wie der Kopf anfühlte. Ich konnte es kaum glauben, schon so bald am Ende der Geburt zu stehen und gleich unser Kind in den Armen zu halten.

Zunächst traute ich mich nicht ganz dem Pressdrang nachzugeben, aber als Malin mich dazu ermutigte konnte ich dem nachgeben. Bald platze die Fruchtblase und ich konnte den Kopf spüren. Das Ziehen, wenn der Kopf immer weiter nach draußen geschoben wird, fand ich dann ziemlich unangenehm, aber nach einem Dutzend Presswehen war dann der Kopf geboren und mit einer weiteren Welle der ganze Körper. Ich fühlte mich von einem auf den nächsten Moment ganz leer und hob unser Baby aus dem Wasser. Es fing sofort an zu schreien und ich rief als erstes: „Oh, du Süßer“ und barg ihn an meinem Körper.  Wie mein Gefühl mir gesagt hatte, war es ein Junge. Malin und Lucas halfen uns aus der Badewanne und Lena, die zweite Hebamme hüllte unseren Sohn in ein warmes Handtuch. Es war ungefähr 2.30 Uhr.

Die Plazenta hatte ich natürlich erst einmal vergessen, ich dachte das würde noch ein wenig dauern. Aber Malin zog ein wenig an der Nabelschnur und kurz darauf gebar ich die vollständige Plazenta. Wir legten uns gleich alle ins Bett und bestaunten unser Kind.

Ich war glaube ich ganz schön neben mir und Lucas war ganz verzückt von seinem Söhnchen. Uns war beiden sofort klar wie er heißen sollte. Es gab keinen anderen Namen für ihn, er sollte Yorick heißen.

Malin und Lena ließen uns erst mal in Ruhe staunen und ankommen. Lucas und ich waren immer noch erstaunt, wie schnell es gegangen ist. Lucas nahm seinen Sohn auf den Bauch, während Malin mich nach Verletzungen untersuchte und Lena uns die Plazenta zeigte.

Ich hatte ein wenig Angst, dass Yorick nicht gut trinken würde, da es mit Samuel so schwierig gewesen war. Aber Lena half mir ihn richtig anzulegen und sofort begann er zu saugen.

Ich bin sehr dankbar schon wieder eine so entspannte, ruhige und schöne Geburt erleben zu dürfen. Die Begleitung der Hebammen in der Schwangerschaft haben mir viel Selbstvertrauen und Gelassenheit geschenkt und ich kann mir nicht vorstellen jemals anders Kinder zu bekommen. Ich finde es wunderbar ,dass es Hebammen wie diese gibt, die für eine selbstbestimmte, natürliche Geburt einstehen! Ich bin sehr dankbar dass Malin so viel Vertrauen in Lucas und mich hatte und uns einfach gelassen hat, denn dadurch kann ich voller Stolz auf ein selbstbestimmte, leichte Geburt zurückblicken und dem Wissen, dass ich nur auf meinen Körper und mein Gefühl zu hören brauche.

 

 

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Die rasante Luise

Luise hat uns alle und vor allem mich ziemlich überrascht. Hebamme M. und ich, wir waren uns so sicher, dass die Geburt erst im neuen Jahr stattfinden wird: Luise wird länger als der vorgesehene Termin (28. Dez.) brauchen! Das hat sie auch, aber nur 3Tage bis zum 31. Dezember….

Ich war bis zuletzt in der Schwangerschaft körperlich gut aktiv – das Fahrradfahren habe ich erst 10 Tage vor der Geburt eingestellt, weil es mir körperlich zu umständlich wurde.

Am Tag vor der Geburt war ich noch gut mit den letzten Dingen eines Umzuges beschäftigt, als es bei mir im Bauch immer wieder mal ein bischen zu ziehen begann, ähnlich kleinem Periodenschmerz. Ich dachte: “ah, super, da sind ja endlich die Übungswehen! Voll gut in der Zeit, nächste Woche könnte dann die Geburt kommen und hier ist bis dahin alles erledigt…” und so hab ich weiter gemacht im Programm, turnend zwischen Kisten und Putzeimern.

Das Ziehen hielt an, auch in der Nacht zum 31.Dez. Ich dachte mir nichts weiter dabei, auch weil es keine “richtigen” Schmerzen waren, wie ich mir eben Wehen so vorgestellt habe.

Am Morgen war das Ziehen immer noch da und unter der Dusche dachte ich – ich hab noch nie den Muttermund getastet, vielleicht sollte ich das mal tun um zu wissen, wie er sich anfühlt, bevor es losgeht. Ich hab dann nichts vergleichbares gespürt, wie es im Vorbereitungskurs beschrieben wurde. Das Ziehen wurde darauf hin stärker – habe ich Luise damit die Richtung “bestätigt/ gelockt”? Jedenfalls wurde das Ziehen kräftiger und häufiger und habe ich mich entschieden die Rufbereitschaft anzurufen und zu fragen, ob mal jemand vom Fach nachschauen kann. Das war dann E. Sie meinte, sie wär in ca 1 1/2 h da um mal nach zu tasten. Das hat Florian und mich dann beruhigt und wir wollten weiter machen mit den Planungen zur Sylvesternacht. Das Ziehen wurde aber immer stärker und stärker und da tauchte bei mir zum ersten mal der Gedanke auf, dass es ja auch heute schon losgehen könnte. so habe ich Florian aufgetragen, das Auto heute schon in die Nähe der Wohnung parken. eine halbe stunde später bat ich ihn, das Auto jetzt zu holen, damit wir wie geplant ganz schnell ins Geburtshaus fahren könnten und 10 Minuten später bat ich ihn, vielleicht doch lieber bei mir zu bleiben und E. noch mal anzurufen.

Das Ziehen ist nun so stark geworden, dass ich während dessen innehalten mußte und mich nicht mehr bewegen konnte. Instinktiv habe ich Kontakt mit dem Boden gesucht und die Ellbogen auf einen Schemel aufgestützt hockte ich mich in den Pausen immer wieder auf die Fersen, das Stöhnen wurde nun lauter, ich fing an, etwas in der Faust krampfhaft festzuhalten und aber das Becken möglichst loszulassen – E., die Florian angerufen hatte um sie sofort herzubitten hörte es am Telefon und war dann relativ schnell bei uns.

Wie ich mittlerweile so kniete, aufgestützt auf den Hocker wurde mir in den Pausen klar, dass dies nun unentrinnbar und unerbittlich vorangehen wird, bis das Kind auf der Welt ist – ich kann nichts mehr aufhalten, stoppen oder kontrollieren, so eine überwältigende Energie war da in meinem Körper entfesselt.

E. kam sehr ruhig in unsere Wohnung – ich nahm sie im Hintergrund wahr, wie sie sich mit Florian austauschte und sich die Hände für die Untersuchung wusch.

Die Frage nach einer Fahrt ins Geburtshaus hatte sich ganz schnell erledigt, dieser Gedanke wurde von Minute zu Minute absurder.

Das Ziehen mischte sich mit einem stärker werdenden Druck ins Becken und kam jetzt in recht starken Wellen. Die ganze Zeit der Geburt über spürte ich Florian liebevoll um mich herum, auch wenn ich nicht mehr genau sagen kann, was er getan hat, weil ich so in mich konzentriert war. Ich weiß nur noch, dass ich eine zeitlang auf seine Faust gebissen habe, als es fast vorüber war.

Nachdem klar war, es wird eine Hausgeburt und dem Kind geht es gut, zückte E. ihr Mobiltelefon um die 2. Hebamme zu rufen. da wußte ich – wenn sie jetzt schon die 2. Hebamme ruft, wird es nicht mehr lange dauern und das Kind ist da! Das war mir sehr hilfreich, auch um zu wissen, wie ich meine Kräfte einteilen kann: zwischendurch wurde mein Kreislauf immer wieder mal schwach und ich hatte Angst vor einer Ohnmacht – konnte dies aber nicht kommunizieren, weil immer schneller nun die Wellen kamen und nun auch drückende Schmerzen dabei waren. ich konnte nur “Fenster” für frische Luft sagen , bevor die nächste Welle kam. Mein Becken wurde durch den Druck am Steißbein so auseinander geschoben, wie ich es nicht für möglich gehalten habe. Es war ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass da dieser kleine Kopf gerade zwischen diesen dicken Beckenknochen sitzt, die sich bewegen können und ich ja eventuell eine falsche Bewegung machen könnte?

E. unterstützte mich gut,sprach mir Mut zu und hielt sich aber meistens zurück, weil die Geburt von selber im Gang war. Sie horchte immer wieder mal mit dem Dopton am Bauch nach den Herztönen. Ich selber konnte da nichts hören, weil ich viel zu sehr damit beschäftigt war, mich auf die nächste Welle vorzubereiten. Ich erlebte die Wehen als nie gekannten, kraftvollen und energiegeladenen schmerzhaften Druck, aber nicht als reinen Schmerz. Schmerzen, wie ich sie schon kannte kamen erst auf den letzten Zentimetern, wenn der Damm aufs Maximum gedehnt wird. das war bei mir zum Glück nur eine Zerreissprobe – der warme Lappen von E. tat sehr gut, das Gewebe noch ein kleines bischen weiter zu entspannen. Sie gab mir auch immer wieder Feedback, wie weit der Kopf schon heraus war und lotste mich, ob ich mit der Wehe mit drücken soll oder eher nicht. mir war es während alle dem unmölich, zu sprechen so sehr konzentrierte sich alles in mir auf den Unterleib. es war aber auch nicht nötig, ich fühlte mich bei Eva in guten, wissenden und ruhigen Händen. K., die zweite Hebamme war mittlerweile eingetroffen. auch Sie nahm ich nur im Hintergrund war -einmal schaute ich in einer Pause kurz nach hinten und sah ihren erstaunten Blick auf mein Hinterteil: der kleine Kopf war schon sichtbar… und E. zeigte Ihr: “schau, wie das Steißbein sich bewegt!”….Welch eine Erleichterung, als der Kopf dann draussen war – und die nächste Welle verzögern wollen, weil da wieder das Denken anfing: wo wird das Kind landen wenn es jetzt raus flutscht und ich noch in meinem Vierfüßerstand bin? Natürlich war die Welle nicht aufzuhalten und E. und Florian, der schon mit den Händen den Kopf gehalten hatte, fingen Luise dann auf. Und da war auch schon diese Blitzgeburt zu Ende und ein kleines wunderschönes Kind lag zwischen meinen Beinen. Ich konnte mich endlich aus meiner Position zurücklehnen und setzen, während ich Luise samt Handtuch vorsichtig aufnahm und mir auf die Brust legte.

die Nabelschnur war sehr lang(sie war drei mal um den Hals gelegt….) und so hatten wir genug “Leine”für die Strecke bis zur Brust. ich kann mich heute nicht mehr erinnern, ob sie einen Schrei getan hat – ich glaube nicht. Sie war auch nicht blutig oder mit Käseschmiere eingehüllt, sondern wie frisch aus der Badewanne. sie suchte die Brust und ich legte sie an – alles noch etwas unbeholfen und tastend von uns beiden. Das Saugen klappte noch nicht gut, aber wir waren glücklich auf den ersten Blick verliebt.

dann kam eine letzte Welle und die Plazenta schwappte heraus- sie wurde von E. und K. in eine Schüssel gelegt. Die beiden empfahlen mir dann auch, mich Richtung Bett zu bewegen, und so schlich unsere kleine Prozession von der Wickelkommode zum Bett: Mama mit Luise und an der Schnur die Plazenta in der Schüßel, getragen von der Hebamme. Luise versuchte noch einmal zu saugen, was immer noch schwierig war, weil sie die Brust mitsamt Warze nicht richtig voll in den Mund bekam. Ich versuchte, mir hier keinen Druck zu machen – ich hatte mir im Vorfeld schon Sorgen gemacht, ob es mit dem Stillen klappen wird und wollte dies nicht in diese Situation mit hereinbringen.

Florian hatte dann die Nabelschnur nach dem Ausbluten zerschnitten und Luise auf den Arm genommen. ich wurde zur dusche begleitet. Danach beschauten wir mit den Hebammen die Plazenta und Luise, ob alles dran war. das war ungefähr eine Stunde nach dem ich im Bett gelandet war – E. und K. hatten sich solange zurück gezogen.

Die eigentliche Geburt hatte nur 3 Stunden gedauert – wir waren überwältigt und froh, dass das so komplikationslos und schnell gegangen war.

Wäre das Geburtshaus mit seinen Hebammen nicht gewesen, wäre ich wahrscheinlich mit Krankenwagen ins Krankenhaus transportiert worden und das wäre mit Sicherheit nicht so toll abgelaufen( ich kann es mir jedenfalls auch im Nachhinein nicht gut vorstellen) so konnten wir jedoch in Frieden diese Geburt bei uns zu Hause zum Ende bringen.

Dieser Texte unterliegt dem Urherberrecht. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung – auch auszugsweise – bedarf der vorherigen Zustimmung des Urhebers.


Die Geburt unserer Tochter Marla.....

…. wird uns wohl immer als einer der schönsten und dankbarsten Erfahrungen in unserem Leben bleiben.

Es war der 4. Tag nach dem errechneten Geburtstermin. Für die Geburt im Geburtshaus war alles fertig gepackt und vorbereitet. Der zweite Weihnachtsfeiertag war vorüber und so langsam wurden wir auch etwas ungeduldig und fragten uns, wann unser Kindlein sich wohl auf seine Reise zu uns machen würde. Nachts hatte ich (wie die vielen Nächte auch davor schon) starke Rückenschmerzen. Ich spürte, dass sich da jemand bald bereit machte. Ab 4 Uhr nachts konnte ich nicht mehr schlafen und war sehr aufgeregt. Ich spürte aus einer tiefen Intuition heraus, dass unser Kind heute zur Welt kommt. Daraufhin bemerkte ich auch meinen Blasensprung.

Mein Freund informierte unsere Hebamme Ruth über die Rufbereitschaftsnummer und eine Stunde später kam sie zu uns nach Hause, um nach uns zu schauen. Wir machten es uns derweil nett, stießen mit „Très jus“ an und probierten unser neues Gesellschaftsspiel aus. Nach und nach nahmen die Wehen zu, aber wir begrüßten sie mit voller Freude, da jede Wehe uns einen Schritt näher zu unserem Kind brachte.

Um neun Uhr früh besuchte uns Ruth und war mit meinem und dem Befinden des Kindes super zufrieden. Sie informierte uns, dass das Geburtshaus gerade belegt war, aber wir ruhig noch ein wenig zu Hause bleiben könnten und uns sonst auch das Ausweichzimmer zur Verfügung stünde.

Nach dem Besuch gingen wir spazieren. Es kam uns damals sehr surreal vor an den anderen Spaziergängern vorbeizugehen und alle 5 Minuten für eine Wehe anzuhalten. Danach nahm ich noch ein schönes Lavendel-Bad zur Entspannung.

Wir veratmeten zusammen im Wohnzimmer Wehe um Wehe und versuchten alles aus dem Vorbereitungskurs umzusetzen. Es lief schöne Musik, Kerzen leuchteten und Duftlampen brannten. Mein Freund informierte um ein Uhr nachmittags die Hebamme, dass die Wehen stärker wurden und wir überlegten, ob wir nicht doch daheimbleiben wöllten. Immerhin war es sehr kalt und es regnete. Eine Stunde später entschieden wir uns dafür unser Kind zu Hause zu begrüßen. Wir fühlten uns sehr wohl und sicher zu Hause und ich konnte mir aufgrund der starken Wehentätigkeit auch nicht mehr vorstellen ins Geburtshaus zu fahren.

Halb vier traf Ruth wieder bei uns ein und bereitete alles vor und bestärkt uns einfach so weiter zu machen wie bisher. Es war so toll wie sie sofort spürte, dass es uns mehr half, wenn sie uns einfach machen ließ.

Die Wehen wurden immer stärker und ich veratmete nun jede Wehe sehr tonhaft. Zum Glück waren wir nicht die ersten im Haus mit einer Hausgeburt. Die Schmerzen halfen mir mich intuitiv zu bewegen, um die Geburt voranzubringen. Im Vier-Füßler-Stand ging ich fast direkt für die Presswehen in die Hocke. Die zweite Hebamme Kathrin wurde informiert und traf eine Stunde später bei uns ein. Ich fühlte immer wieder nach dem Köpfchen und das motivierte mich noch einmal mehr.

Kurz vor 5 Uhr nachmittags wurde das Köpfchen mit einem Schwall Fruchtwasser geboren und mit einer weiteren Wehe kam unser Kindlein in unserem Wohnzimmer auf die Welt. Wir bestaunten unser kleines Wunder und fanden mit einem Blick heraus, dass wir eine Tochter haben, die sich lauthals beschwerte. Zehn Minuten später wurde die Plazenta mit einer Wehe geboren und die Hebammen halfen mir und dem Baby ins Schlafzimmer. Dort stellten sie eine Kerze zu uns und ließen und einen Moment in Dreisamkeit. Nach einigen Versuchen trank die Kleine auch direkt an der Brust und bestaunte auch uns mit großen, wachen Augen. Nachdem die Nabelschnur nach einer Stunde auspulsiert war, durchtrennte mein Freund die Nabelschnur. Ich hatte keine Verletzungen und unsere kleine Marla war rosig, trank und war total gesund. Die Hebammen räumten alles auf und halfen mir noch mich zu duschen. Halb acht abends waren wir zu dritt und die Hebammen verabschiedeten sich. Morgen in der Früh würde uns Kathrin zum ersten Wochenbett-Tag besuchen und nach uns schauen.

Ich bin heute immer noch so froh, dass wir uns so spontan für eine Hausgeburt entschieden haben und das Vertrauen zueinander und in unser Kind hatten.

Wir fühlen uns nach der Schwangerschaft und der Geburt den Frauen im Geburtshaus zu tiefst verbunden. Sie haben stets vertrauensvoll, ehrlich und kompetent unsere Selbstbestimmtheit während der Schwangerschaft und der Geburt gestärkt. Dank dieser Unterstützung haben wir vor, während und nach der Geburt immer das Gefühl gehabt, dass wir aus unserer eigenen Kraft und mit viel Freude unser Kind empfangen können. Deshalb möchten wir uns auch noch einmal auf diesem Wege ganz herzlich bei den Hebammen im Geburtshaus für ihr Feingefühl, ihre Kraft und ihr Vertrauen bedanken.

 

Marla (*27.12.2017), Axel und Sarah

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Fridolin’s Geburt in 12 Stunden – aber kein Spaziergang

Der errechnete Geburtstermin von unserem Sohn war der 2. April. Da in der Woche davor die Eltern von meinem Mann Goldene Hochzeit hatten und wir gemeinsam eine Woche im Ferienhaus mit der ganzen Familie verbringen wollten, hofften wir, dass unser Sohn mindestens den errechneten Geburtstermin abwarten würde.

Wir verbrachten eine wunderschöne Woche im Schwarzwald mit der Familie in der ich immer wieder ein deutliches Ziehen und auch einige Vorwehen verspürte. Aber es ging in dieser Woche nicht los und wir reisten mit dickem Bauch wieder ab. Zu Hause angekommen war ich in den ersten Tagen über Termin noch sehr entspannt, ging nochmal zum Zahnarzt u konnte noch ein paar Dinge erledigen. Da ich über Termin war, ging aber eine sehr engmaschige Überwachung durch meinen Frauenarzt u meine Hebamme Eva los. Ich hatte mit Eva ausgemacht, dass ich bei der Kontrolle am ET+4 mich von meinem Frauenarzt verabschieden würde, um die weiteren Kontrollen durch Eva u die Filderklinik (unser Backup) durchführen zu lassen. Dem Kleinen ging es nach wie vor gut, er war weiterhin sehr aktiv u auch Herztöne unauffälig u im CTG konnte man keine Wehen erkennen. Nach einem weiteren Wochenende ohne Geschehnisse hatten Eva u ich für ET+8 verabredet, mit sanften Methoden den Kleinen mal anzuschubsen. Eva kam um 9 Uhr morgens und machte Akupunktur für 20 Minuten. Sie besorgte mir auch einen Kontrolltermin in der Filderklinik für den nächsten Morgen, da ich langsam doch etwas nervös wurde. Herztöne, Kindsbewegungen, alles war aber nach wie vor gut.

Schon wenige Stunden nach der Akupunktur verspürte ich Kontraktionen, begann aber noch mit Muffins backen, die aber nie fertig geworden sind;-) Gegen 13 Uhr ging es dann los mit regelmäßigen Wehen, die im Abstand von 10 – 12 Minuten kamen und die ich noch ohne große Mühe gut veratmen konnte u auch noch weiter backte. Ich begann die Wehenabstände aufzuschreiben. Als dann gegen 15 Uhr die Abstände bei ca. 8 Minuten waren schickte ich meinem Mann eine Whatsapp, dass ich glaubte, es würde bald „richtig“ losgehen u die Wehen sehr regelmäßig sind. Er war dann 20 Minuten später schon da u begann unsere Steuererklärung zu machen und nebenher mit der Wehen-App die Wehen aufzuzeichen. Ich kam aber noch recht gut allein mit den Wehen klar. Gegen 16 Uhr wählte ich dann das erste Mal die Nummer der Hebammenbereitschaft, um über den Start der Wehen Bescheid zu geben. Nicole hatte Dienst und fragte, ob ich etwas brauchen würde. Wir vereinbarten, dass ich mich wieder melde, falls ich Hilfe etc. benötige und sie riet mir in die Badewanne zu gehen. Danach war mir aber irgendwie überhaupt nicht u ich tigerte weiterhin durch die Wohnung und veratmete die Wehen in allen möglichen Positionen, nur Liegen war absolut keine Option. Inzwischen hing ich auch immer wieder an Emil zur Unterstützung. Als gegen 18 Uhr die Wehen im 5 Minuten Rhythmus kamen, rief Emil nochmal direkt bei Nicole an u die beiden verabredeten, dass Nicole vorbeikommen würde. Sie empfahl nochmals die Badewanne. Diesmal befolgte ich den Rat u schlagartig wurden die Wehenabstände größer.

Nicole kam dann gegen 19 Uhr u ich lag noch in der Badewanne. Zuerst wollte sie, dass ich selber nach dem Köpfchen fühlte, dann untersuchte sie mich: der Muttermund war erst ca. 1 cm geöffnet, die Herztöne vom Kind ok u die Fruchtblase noch intakt. Sie meinte, dass die Geburt zum Erliegen kommen könnte, wenn wir jetzt schon ins Geburtshaus gehen, verabschiedete sich wieder und riet uns nochmal gut zu essen und zu schlafen, um für das Bevorstehende gut erholt zu sein. Nachdem Nicole weg war, stieg ich aus der Badewanne und ging ins Bett. Nach 5 Minuten dort, wurde mir so übel, dass ich es gerade noch auf die Toilette schaffte und mich dort übergab. Danach ging es dann richtig los: heftige Wehen im 3-4 Minutentakt über 1,5 h lang. Ich war körperlich kaputt und Emil bugsierte mich nochmal in die Badewanne, was eine sehr gute Idee war. Dort konnte ich mich nochmal komplett entspannen: die Wehen kamen dann nur noch im Abstand von 10 Minuten und in den Pausen döste ich komplett weg. Emil telefonierte währenddessen mit Nicole und sie verabredeten, dass sie nochmal vorbeikommen würde. Gegen 22:40 Uhr traf sie ein. Nach nochmaliger Untersuchung und zu ihrem Erstaunen war wohl der Muttermund schon 6-7 cm geöffnet. Sie überprüfte die Herztöne, aber dem Kleinen ging es gut. Nach weiteren regelmäßigen starken Wehen war Nicole dann überzeugt, dass unser Sohn doch noch in dieser Nacht zur Welt kommen würde und schlug vor ins Geburtshaus zu fahren. In diesem Moment wollte ich die Badewanne nicht verlassen und konnte mir auch nicht vorstellen irgendwohin zu fahren. Zum Glück überzeugte mich Emil und es ging los. Im Auto ging es dann doch besser als erwartet und ich veratmetete weiterhin fleissig die Wehen. Im Geburtshaus gegen 23:30 Uhr angekommen fragte Nicole mich, ob ich eine Wassergeburt haben möchte. Ich sagte, dass ich das jetzt nicht weiss, aber jetzt sehr gerne erstmal in die Wanne möchte. Während sie das Wasser einlaufen lies, Emil das Bett bezog, hing ich schon über der Wanne in den Tüchern u veratmete heftige Wehen. Endlich war die Wanne voll u ich konnte mich in den Pausen etwas entspannen. Überrraschenderweise sagte Nicole dann sehr bald zu mir, dass ich mitpressen soll und sie die 2. Hebamme Katrin anrufen würde. Das kam für mich wirklich sehr überraschend, aber natürlich war ich auch sehr froh, denn die Wehen war jetzt schon sehr heftig und es wurde für mich auch immer schwieriger eine gute Position in der Wanne zu finden. Irgendwann platzte dann auch die Fruchtblase, aber ich fand keine gute Position mehr, weder in den Pausen noch während der Wehen. Nicole sagte dann, dass sie gerne noch hätte, dass ich auf die Toilette gehe. Dafür musste ich 2 kleine Stufen die Wanne hoch u auch wieder runter. Dann dachte ich, unser Sohn kommt auf der Toilette zur Welt. Tat er aber nicht, sondern nach ein paar Minuten heftigsten Wehen und Pressen kam unser Sohn Fridolin vor dem Bett im Vierfüsslerstand und keine 15 Minuten später zur Welt. Ich war total erschöpft aber auch total erleichtert, dass der Druck weg war und unser Sohn gesund zur Welt kam. Sofort hatte ich ihn auf der Brust und lag im Bett, um ihn erstmal ankommen zu lassen. Nicole und Katrin liessen uns dazu ausgiebig Zeit und die Atmosphäre war sehr entspannt und sehr besonders. Ich war so erleichtert!

Nach einer Weile wollte ich, dass wir die Geburt zu Ende bringen und ich fühlte mich auch bereit, die Plazenta noch zu gebären. Dies war sehr viel leichter, als ich mir es vorgestellt hatte. Als auch die Nabelschnur auspulsiert hatte, trennte Emil unseren Fridolin von seiner Plazenta. Katrin untersuchte sie und zeigte sie uns auch nochmal. Während Fridolin dann auf der nackten Brust auch Emil intensiv beschnupperte nähte Nicole mit wenigen Stichen meinen Riss am Damm. Davor hatte ich die meiste Panik, aber sie ging dabei sehr behutsam vor und ich spürte nichts.

Nicole machte die U1 bei uns im Bett, 53cm, 3280gr und ein putzmunteres Kerlchen!

Während Katrin gegen 3:30 Uhr mit mir Duschen ging, kümmerten sich Nicole u Emil um Fridolin und machten ihn bereit für die Heimreise. Eine Stunde später verabschiedeten wir uns von Nicole und Katrin und traten zu Dritt die Heimreise an.

Alles in allem, sind wir sehr glücklich und dankbar für diese selbstbestimmte, entspannte und komplikationsfreie Geburt und dieses kleine Kerlchen, das uns dadurch geschenkt wurde. Ich habe mich jederzeit in guten Händen gefühlt und Nicole und Katrin waren sehr behutsam und haben mich immer super informiert und aufgeklärt, was sie jetzt tun. Vielen Dank dafür!!

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In der Nacht von Freitag (28.10.05) auf Samstag (29.10.05) bin ich immer mal wieder von einer Wehe wach geworden. Sie waren aber nicht dramatich und es war auch nicht die erste Nacht, in der ich ab und an eine Wehe hatte.

Morgens kurz vor 7 Uhr bin ich dann wach geworden, weil ich merkte, dass ich mal muss. Drei mal hintereinander entleerte sich mein Darm dann und dazwischen hatte ich immer eine Wehe. Ich sagte meinem Mann, dass ich glaube, dass es es losgehen würde.

So etwa 7.20 Uhr habe ich bei meiner Mama angerufen, um sie vorzubereiten, dass sie sich heute um den Großen Bruder kümmern soll. Ich sagte ihr aber, dass sie sich Zeit lassen könne, da ich erst seit kurzem Wehen habe.

Daraufhin bin ich ins Schlafzimmer, habe mich aufs Bett gesetzt und mal die Wehenabstände gemessen. Es waren so alle 5 Minuten. Die Wehen waren stark, aber sehr gut zu ertragen. Ich schickte meinen Mann und meinen Sohn dann erst mal mit dem Hund spazieren, nachdem ich eigentlich erst mitkommen wollte. Ich entschied mich dann aber dazu erst mal die Spülmaschine auszuräumen und das Wohnzimmer ein wenig aufzuräumen, damit es auch gemütlich ist für eine Geburt.

Um 8 Uhr rief ich die Hebamme an und gab ihr Bescheid, dass ich seit einer Stunde Wehen im Abstand von mittlerweile 2-3 Minuten hätte. Ich sagte ihr auch, dassich noch sehr entspannt sei und die Wehen noch nicht sehr schmerzhaft wären. Sie wollte sich gleich auf den Weg machen, da sie etwa 30 Minuten Fahrtweg hatte.

So gegen 8.10 Uhr kam mein Mann vom Spaziergang wieder. Die Wehen waren nun schon sehr stark, aber immer noch gut zu ertragen. Kurz nachdem er da war, spürte ich einen Druck auf den Darm und meinte noch zu meinem Mann, dass ich wohl schon wieder müsse…

Auf der Toilette spürte ich dann allerdings, dass ich die erste Presswehe hatte.

Panisch bin ich aufgesprungen und ins Wohnzimmer geeilt. Ich rief nach meinem Mann, dass er die Hebamme nochmals anrufen solle um ihr zu sagen, dass ich Presswehen habe. Diese meinte dann am Telefon, dass sie noch mindestens 15 Minuten bräuchte und es wohl nicht mehr rechtzeitig schaffen würde. Mein Mann sollte warme Tücher bereitlegen.

In der Zeit hatte ich meine nächste Presswehe und ich rief wieder nach meinem Mann, dass er mal kommen sollte um zu schauen, ob man schon was sieht. Ich kniete vor dem Sofa und hatte meinen Oberkörper darauf abgelegt. Bei der nächsten Presswehe konnte man das Köpfchen schon sehen. Also hielt sich mein Mann bereit. Mit der nächsten Wehe wurde das Köpfchen geboren und die Fruchtblase platzte dabei. Mein Mann sagte mir, dass der Kopf da sei, was ich aber selber spürte. Mein Kindchen bewegte aufgeregt seinen Kopf und gurgelte. Ich bekam Panik, weil ich dachte, dass mein Baby keine Luft bekäme. Mein Mann erklärte mir,dass Fruchtwasser aus Mund und Nase laufen würde. Ich wartete sehnsüchtig auf die nächste Wehe, die dann auch recht schnell kam. Meine Tochter (wussten wir bis dahin noch nicht) flutschte dabei in die Hände ihres Papas. (Es war nun etwa 8.32)

Sehr überrascht mussten wir dann noch koordinieren, dass mein Mann mir meine Tochter zwischen den Beinen durchgab um die Tücher zu holen.

Mein Sohnemann war übrigens die ganze Zeit stiller Beobachter der Geburt.

Nach kurzer Zeit kam meine Mutter und war total überrascht und nach etwa 10 Minuten traf die Hebamme ein und schaute nach uns. Sie brachte sofort Ruhe in die doch angespannte Situation. Als danach nch die zweite Hebamme eintraf und uns überschwenglich gratulierte konnten wir uns auch so richtig freuen.

Es war eine sehr kurze und überraschende Geburt.

Wir haben einen ganzen Tag gebraucht, bis wir kapiert haben, dass unser Töchterlein schon bei uns ist.

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11 Tage nach Termin - langsam wurden wir ungedulig.

11 Tage nach Termin – langsam wurden wir ungeduldig. Unsere Tochter sollte im Geburtshaus zur Welt kommen und nach Möglichkeit nicht im Krankenhaus. Für den nächsten Vormittag hatten wir einen Termin zur Vorbesprechung in der Klinik. Aber den haben wir dann doch nicht gebraucht.

Gegen kurz vor 3:30 wurden Max und ich von einem „Plopp“ geweckt. Blasensprung. Ich bin lachend und tropfend ins Bad, froh, dass es jetzt scheinbar losging. Vorwehen hatte ich schon seit längerer Zeit.

Eigentlich war mit den Hebammen besprochen, dass wir bei einem Blasensprung in der Nacht nochmal ruhen und uns dann am Morgen melden. Aber ich war etwas unruhig, weil Babys Köpfchen noch nicht 100%ig fest im Becken saß und ich keine Bewegung mehr spürte. Wir riefen also Hebamme Malin an, damit sie mal nachschauen kommt. In der halben Stunde bis sie kam lag ich im Bett und hatte schon regelmäßig Wehen. In dem Moment als Malin zur Haustür rein kam, spürte ich plötzlich wieder das Baby. Sie hörte die Herztöne -alles okay. Sie empfahl uns zwischen den Wehen noch zu entspannen und zu schlafen und am Morgen vielleicht noch schön zu frühstücken. Wir haben uns ins Bett gekuschelt und noch ein paar Stunden gedöst. Früh um 8:00 kamen die Wehen heftiger und ca. alle 6 Minuten. Wir, bzw. zu diesem Zeitpunkt noch ich, haben mit Hebamme Monika telefoniert („Bleibt noch zu Hause bis ihr denkt es geht nicht mehr“).

Gegen Mittag kam dann der einzige Moment in dem ich wirklich böse gebrüllt habe:“ Ruf Monika an! Wir kommen jetzt!“ Im Auto hatte ich fast zweiminütlich Wehen und schon ziemlich geschrien und getönt.

Im Geburtshaus angekommen war alles für uns vorbereitet. Gedämpftes warmes Licht, eine Kerze – Monika hat uns erwartet.

Die nächsten Stunden habe ich fleißig vor mich hingeweht. Monika hat ab und zu sehr hilfreiche Tipps gegeben („Probier mal diese Position. Heb mal das Bein so an.“) und mich mit Max, der immer an meiner Seite war, gestützt. Manchmal wischte mir Monika mit einem kühlen, mit Rosmarinöl getränkten Lappen über das Gesicht. Das fühlte sich himmlisch an!

Überhaupt, die Pausen zwischen den Wellen, wenn auch kurz, taten sehr gut. Verschnaufen, ein paar Worte mit Max oder Monika sprechen, bis dann wieder mein Körper übernahm….

Zwischendrin hab ich mal an einem Müsliriegel geknabbert und von Monika eine Calciumlösung bekommen. Das tat gut. Einmal sind wir auf ihre Empfehlung hin noch eine Runde durch den Garten gegangen (es war ein strahlend sonniger Tag Mitte Februar), immer unterbrochen von Wehen alle paar Schritte. Ich war wohl ziemlich laut. Ich hatte das Gefühl, mein Körper macht einfach. Als lief da ein Programm ab, und ich konnte nichts anderes tun als mitmachen. Meine Angst vor der Geburt war, dass ich zuviel verkopft denken würde und mich nicht für den Geburtsprozess öffnen könnte. Aber an „denken“ war gar nicht zu denken 🙂

Irgendwann fragte Monika mich, ob ich mal in die Wanne wolle. Ja, das wollte ich. Im Wasser zu sein tat gut. Mal auf Knien hockend, mal auf der Seite liegend, vergingen so viele Wehen. Der Druck nach unten wurde immer stärker. Meist hing ich am Tuch, das über der Wanne hängt, festgeklammert und bäumte mich so unter den Wehen auf. Ich legte mich halb seitlich, Monika hielt mein oberes Bein und ich schob mit dem Druck automatisch mit nach unten. Als ich mal das Gefühl hatte, es geht gar nichts voran, sagte Monika, ich solle mal nach unten fassen, da seien schon Haare . Tatsächlich, im Wasser konnte ich das Köpfchen samt einem weichen Haarflaum spüren. Da wusste ich, den Rest schaffen wir auch noch.

Monika holte die zweite Hebamme, Eva, dazu.

Ich bäumte mich sehr auf. Monika erinnerte mich daran, dass ich jetzt daran denken musste mit dem Becken unter Wasser zu bleiben, damit der Kopf unter Wasser geboren wird.

Und irgendwann am Ende einer Welle kam nochmal ein intensiver Schub und dann das Gefühl großer Erleichterung und Entspannung. Der Kopf war da. Nach einigen Wehen, gefühlt eine halbe Ewigkeit (und tatsächlich dauerte es relativ lange, wie Monika später bestätigte), kam der Körper nach. Ich spürte wie unser Baby aus mir raus ins Wasser glitt, und Sekunden später legte Monika unsere Tochter in meine Arme. Max saß hinter mir, und so guckten wir Kopf an Kopf in die großen offenen Augen unseres Babys. Wir mussten lachen und weinen. Es war ein unbeschreiblicher Moment. Wunderbar- im wahrsten Wortsinn. Wir waren am Staunen und Begreifen. Nachdem wir die Kleine begrüßt hatten, halfen Eva und Monika mir, samt Baby auf dem Arm, aus der Wanne und auf’s Bett. Max legte sich dazu, die Hebammen ließen uns allein, und wir genossen zu dritt eingekuschelt die ersten Momente als Familie.

Nach einiger Zeit kamen Monika und Eva, um nach uns zu schauen. Die Kleine war topfit, mit allem drum und dran. 4375g, 55cm, 37cm Kopfumfang. Ein Riesenbaby hatten wir da im Arm.

Monika schaute, ob sich die Plazenta löste, bat mich ab und zu etwas mit zu schieben bei den Nachwehen. Mit etwas Schieben und sanftem Ziehen an der Nabelschnur wurde die Plazenta geboren.

Völlig unbeschadet hatte ich die Geburt nicht überstanden. Eva und Monika schauten nach meinen Geburtsverletzungen während Baby bei Max auf der Brust lag. In aller Ruhe und viel Geduld besprachen die Hebammen was wie genäht werden sollte. Das Nähen selbst war, dank Kältespray und Geburtseuphorie, völlig schmerzfrei, ich spürte nur ein bisschen Ziepen. Eva begleitete mich zum Duschen. Ich fühlte mich fit. Die Hebammen halfen mich und unser Baby warm einzupacken und uns im Auto zu installieren. Um 21 Uhr abends waren wir zuhause in unserem eigenen Bett. Von der Option bei Problemen anzurufen mussten wir nicht Gebrauch machen. Wir hatten eine schöne erste Nacht, in der wir kaum aufhören konnte unser Wunder zu bestaunen. Am Morgen kam gleich Monika, um nach uns zu sehen.

Es war eine wunderbare Geburt – kompetent und liebevollst begleitet – für die wir sehr dankbar sind.

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Mattis Geburt (VBAC)

Am 4.9. Abends spürte ich ein leichtes Ziehen und immer wieder stach es mir beim Laufen in das linke Bein. Ich wusste es bewegt sich etwas…
In der Nacht wachte ich gegen 2 Uhr mit Wehen auf,die ich nicht mehr ignorieren konnte. Liegen konnte ich so nicht mehr. Also lief ich durch die Wohnung und freute mich über diesen Anfang. Unser 4jähriger lag schon im Familienbett,deshalb ließ ich auch meinen Mann dort einfach schlafen. Bis etwa 4 Uhr. Da hatte ich etwa alle 4 Minuten Wehen und das Zubereiten der Wochenbettsuppe reichte nicht mehr zum Ablenken. Vier Karotten hatte ich nach und nach geschält,ansonsten musste ich laufen und konzentrierte mich auf mein Baby und das Bild der guten Geburt.
Kurz nach 4 Uhr weckte ich meinen Mann und sagte dass wir jetzt mal Eva anrufen werden. Die bot am Telefon gleich an,dass sie vorbeikommt. Um 4.30 Uhr stand sie bei uns im Wohnzimmer, sah mich eine Weile an und fragte mich dann ob ich will dass sie mal nach dem MM schaut. Die Untersuchung war unangenehm und ergab dass max 1 cm geöffnet war. Ich sagte zu Eva:”Dann dauerts ja mind noch 2-3 Std bis es losgeht.” Und sie bestätigte das. Also ging Eva um 5 wieder, meinen Mann habe ich wieder ins Bett zum Großen geschickt und ich lief weiter durch die Wohnung. Ich rechnete rum und kam dann darauf dass es nach der “Zeitangabe” ja noch reichen würde dass unser Sohn vom Papa in den Kiga gebracht werden kann. Wunderbar! Ich versuchte mich noch etwas auszuruhen was mittelmäßig gelang und ab 6.45 Uhr schlagartig nicht mehr möglich war. Mein Mann weckte unseren Sohn um 7 Uhr,der war bestens gelaunt und zog sich ohne Murren um. Er fand mich in der Küche wehend stehen,betrachtete mich,wartete bis die Wehe vorbei war und fragte dann “Warum bist du in der Küche,Mama?”,ich antwortete dass der Bauch etwas weh tut und sein Bruder bald geboren werden will. Daraufhin streichelte er vorsichtig den Babybauch und lächelte mich an. Dann ging er Zähneputzen,zog seine Schuhe an und ging mit Papa aus dem Haus.
5 Minuten später musste ich einige Wehen schon vertönen. Nach weiteren 10 Minuten hoffte ich sehr dass mein Mann schnell zurückkommen würde. Ich rief Lena an und sagte nur:”Wir kommen jetzt!” Und sie sagte “In Ordnung,ich fahre los!”
Gegen 8.30 Uhr waren wir im GH angelangt. Lena sah mich unter einer Wehe und fragte:”Ist es schon so doll?” Ich wusste nicht so recht welche Position mir gerade gut tat und Lena meinte:”Soll ich dir ein Bad einlassen?”, was mir sehr entgegen kam. Auf der Toilette ging dann gerade der Schleimpfropf ab und danach stieg ich in die Wanne. Das warme Wasser tat sofort gut. Nun konnte ich die Wehen auf den Knien vertönen. Nach einer Weile fragte Lena ob ich mal fühlen wolle ob ich das Köpfchen schon spüre. Das tat ich und wir waren alle überrascht wie tief es schon war.
Es ging weiter schnell voran und die Wehen wurden immer intensiver. Ich hoffte auf das Platzen der Fruchtblase,doch Lena meinte das hätte keine Eile. Bald konnte ich die pralle Fruchtblase am Scheideneingang spüren und fragte Lena wie lange es wohl noch dauern würde und ob der Schmerz noch mehr werden würde. Ihre Antwort (über die ich heute herzlich lache)war: “Keine Ahnung. Ich habe noch kein Kind geboren.”
Unser Baby strampelte nun mit und ich nutzte die Presswehen um den Kopf zu gebären. Diese Sache hatte ich mir leichter vorgestellt. Bis der Kopf ganz geboren war dauerte es in meinem Bewusstsein ewig. Ich jammerte und bat mein Kind mitzumachen.
Nachdem der Kopf geboren war und kurz Erleichterung eintrat (irgendwann um den Zeitpunkt muss auch die Fruchtblase geplatzt sein), drehte sich unser Sohn so dass ich ihn mit der nächsten Wehe herausschieben konnte. Lena befreite seinen Hals von der Nabelschnur und dann konnte ich ihn aus dem Wasser holen! Ich nahm ihn hoch und legte ihn in meine Arme. Endlich konnte ich mich setzen und meinen Sohn in den Armen halten!! Er schaute uns direkt an und verzog sein Mündchen. Kurze Sekunden und dann ein kleines Quäken. Zufrieden schaute er mit großen Augen in die Welt während mein Mann und ich nur staunen konnten.
Nach wenigen Minuten fragte Lena ob wir aus der Wanne steigen wollen (unser Baby hatte gleich mal reingemacht). Wir zogen also um ins Bett und kuschelten dort zu dritt! Lena und Anni ließen uns in Ruhe uns kennenlernen bis ich wieder Wehen spürte und wusste dass die Plazenta noch geboren werden wollte. Lena und Anni kamen zu uns,halfen mir auf und weil ich nicht hinsitzen wollte wurde die Plazenta im Stehen geboren. Ein wenig Pressen reichte und Lena fing sie in einer Schüssel auf.
Danach kuschelten wir weiter im Bett und genossen die Ruhe,Atmosphäre und diese wunderbaren ersten Minuten mit unserem Matti!
2,5 Stunden nach der Geburt unseres Sohnes saßen wir im Auto nach Hause und konnten so keine 3 Stunden nach seiner Ankunft schon zusammen mit dem frischgebackenen großen Bruder zuhause im Bett kuscheln. Eine wundervolle Geburtsreise mit einer tollen Begleitung durch das GH und seine Hebammen.

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Die wunderschöne unkomplizierte Hausgeburt unserer Tochter

Im November 2015 hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen- juhuu ein Geschwisterchen für unseren Sohn!

Schon zu Beginn der Schwangerschaft war mir klar, dass ich dieses Mal eine Hausgeburt erleben wollte. Die erste Geburt verlief zwar völlig komplikationslos und einfach, aber mich hat der Krankenhaustrubel- vorallem die folgenen Tage auf Station- sehr gestresst und unter Druck gesetzt.

Dieses Mal sollte es anders sein. Natürlich. Entspannt. So wie eben Geburt sein sollte.

Ich googelte und kam schnell auf die Seite des Geburtshauses und machte gleich ein erstes Treffen mit Eva aus. Sie würde mich also die Schwangerschaft über betreuen.

An der Stelle ein riesengroßes Dankeschön an Eva und das ganze Hebammenteam. Ihr macht so eine tolle Arbeit!

Ich und auch mein Mann fühlten uns bestens aufgehoben und sehr unterstützt während der ganzen Zeit.

Der Geburtstermin für unsere Tochter war für den 29. Juli 2016 errechnet. Am 18. Juli spürte ich den ganzen Tag über ein leichtes Ziehen- mal regelmäßig, dann wieder mit Pausen. Eva kam am Abend und stellte fest, dass mein Muttermund bereits auf 4cm geöffnet war. Ich hab mich riesig gefreut und war überrascht zugleich, denn ich hatte keine nennenswerten Schmerzen während der Wehen gehabt. Zur Nacht hin wurde es dann ärger, so rief ich Eva wieder voller Vorfreude. Sie kam an…und es hörte auf. Und zwar für zwei sehr lange Wochen. Zunächst war ich enttäuscht- ich hatte mich so gefreut über die Arbeit, die mein Körper schon geleistet hatte und jetzt sollte das einfach unterbrochen werden?

Aber so war es nun mal- die kleine hat einfach noch ihre Zeit gebraucht.

Der 30. Juli kam. Ein voller Tag. Wir haben noch einen Großeinkauf erledigt, waren mit Sohn und Oma essen und abends noch auf einer Grillparty. Von Wehen aber keine Spur. Trotzdem schien ich eine Vorahnung gehabt zu haben, denn ich ging gegen 22 Uhr ins Bett- früher als sonst. Um 23:45 ein üblicher Gang zur Toilette- dabei ist mir praktischerweise die Fruchtblase geplatzt. Jetzt geht es also wirklich los! Aber so richtig!

Meine Mama, die da war um für unseren Sohn da zu sein, rief Monika an, dass es losginge und sie kam daraufhin sofort. Kurz danach auch Zweithebamme Anni. Dann ging alles recht schnell und genau so wie ich es mir gewünscht habe. Ich wehte in unserem Wintergarten vor mich hin, immer in Bewegung. Um 01:05 war mein Muttermund vollständig geöffnet- das war der Zeitpunkt wo ich kräftemäßig dachte, ich könne nicht mehr. Ich bin so froh über meinen Mann, der mich so ermutigt und bekräftigt hat und für meine Hebammen, die mich so wunderbar unterstützt haben. Es tat mir gut gehalten zu werden und im Vertönen der Wehen ermutigt zu werden. Statt schrill zu werden, ermutigte mich Monika tiefe Töne zu “singen”. Das war ein super Tipp! Als das Umhergehen zu schmerzhaft wurde, war ich zunächst verunsichtert und entmutigt, weil ich keine angenehme Position fand. Schließlich tat mir die Seitenlage sehr gut und so verweilte ich dann auch bis zum Schluss.

Ich spürte um diesen Zeitpunkt schon, wie unser Mädchen tiefer kam und begann langsam mitzuschieben. Um 01:18 wurde ihr Köpfchen geboren und zwei Minuten später war sie auf der Welt. Unsere süße kleine Lilli!

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